Balingen Zaun soll Schlittenfahrer schützen

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Der neue Zaun verhindert, dass Kinder in das Biotop fahren. Foto: Schwarzwälder-Bote

Balingen-Ostdorf - Die Notwendigkeit eines Schutzzauns um das Biotop am Schlittenhang ist im Gemeinderat kontrovers diskutiert worden. Jetzt beginnt die Schlittensaison – mit neuer Absperrung.

Der kleine Niklas schwingt sich auf seinen schwarzen Lenk-Bob und saust unter johlendem Geschrei den Schlittenhang hinunter. Unten kommt er mit einer Vollbremsung zum Stehen. Drei Meter vor ihm glitzert die eisbedeckte Oberfläche eines Tümpels. Den kleinen Jungen und den Teich trennt nur ein hüfthoher, orangefarbener Schutzzaun.

"Der Zaun ist sinnvoll und er ist hier sehr wichtig", sagt sein Großvater, der vom Fuß des Schlittenhangs beobachtet, wie seine beiden Enkel durch den Schnee toben. Die Absperrung beruhige ihn. Wie viele andere Familien komme er im Winter oft zum Schlittenfahren an den Hügel am Ortsausgang Ostdorf Richtung Geislingen. Der Schlittenhang werde viel genutzt, erklärt er und verweist auf die Schlittenspuren, die sich den Hang hinunter schlängeln. "Wir sind als Kinder auch ohne Zaun Schlitten gefahren, aber da war nirgends ein so tiefer Teich", erinnert sich der Ostdorfer.

"Man kann Kindern nicht sagen, dass sie dort nicht fahren dürfen"

Schon in den vergangenen Jahren sei er oft mit den Kindern hierher gekommen, obwohl der Teich damals noch völlig ungeschützt war. Er habe seinen Schützlingen aber immer erklären müssen, dass sie nur ganz am Rand und weit von dem Biotop entfernt fahren dürfen. Die Kleinen hätten das nicht verstanden, so der Rentner: "Man kann Kindern nicht sagen, dass sie dort nicht fahren dürfen."

Dass eines seiner Enkelkinder durch das Eis in den See brechen könnte, das wolle er sich gar nicht vorstellen. Trotz des Zauns behält er seine Enkel deshalb lieber im Auge: "Man kann kleine Kinder einfach nicht alleine lassen." Die Diskussionen um den Zaun kann der Rentner nicht nachvollziehen. Die Familie fahre mit den Kindern zum Skifahren in die Berge: "Da sind überall solche Absperrungen."

Im Februar des vergangenen Jahres ging die Anfrage beim Ostdorfer Ortschaftsrat ein, ob an dem Schlittenhang wieder ein Zaun aufgestellt werden könnte. Schon einige Jahre zuvor hatten Schutznetze aus Kunststoff dort gestanden, die aber schon länger nicht mehr existieren. Im Dezember griff Ortsvorsteher Helmut Haug das Thema erneut auf und entfachte damit Diskussionen über die Notwendigkeit solcher Schutzmaßnahmen.

Einige Ratsmitglieder sprachen sich gegen einen Zaun aus, weil sie die Eltern in der Verantwortung sahen. Andere sahen die Gefahr, dass die Kinder in den See hineinrutschen könnten. Auch über die Art der Maßnahme waren sich die Räte nicht einig: Strohballen, Bretter und Baumstämme waren im Gespräch. Nun wurde ein Kunststoffzaun aufgestellt. Eltern und Großeltern können den Nachwuchs also beruhigt rodeln lassen.

  
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Steffen Maier

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