Balingen Weniger junge Straftäter

Schwarzwälder-Bote, 16.07.2012 16:00 Uhr

Zollernalbkreis. Die Zahl der jugendlichen Straftäter hat landesweit den niedrigsten Stand seit 15 Jahren erreicht. Für das vergangene Jahr weist die Kriminalstatistik bei der Zahl der Tatverdächtigen unter 21 Jahren einen weiteren Rückgang um 4,2 Prozent aus. Der Trend ist auch im Zollernalbkreis festzustellen, teilt die Polizeidirektion Balingen mit.

Auch die Zahl der Strafverfahren gegen Tatverdächtige, an denen die Jugendgerichtshilfe im Zollernalbkreis beteiligt war, zeigt den gleichen positiven Trend wie die Polizeistatistik: Nach den "Spitzenjahren" 2001 (891 Fälle) und 2005 (898 Fälle) hat die Zahl der Strafverfahren im vergangenen Jahr mit 614 den niedrigsten Stand seit 1994 (559 Fälle) erreicht. Die in der ersten Hälfte des laufenden Jahres erfassten Werte deuten allerdings darauf hin, dass das Niveau vom vergangenen Jahr nicht gehalten werden kann.

Zu den Aufgaben der Jugendgerichtshilfe gehört unter anderem, den jungen Menschen eine weitere Entwicklung ohne Straftaten zu ermöglichen. Zudem werden Jugendgerichtshilfeberichte erstellt, die das Gericht in vielen Aspekten der Entscheidungsfindung unterstützen können.

Was die Zusammenarbeit des Kreisjugendamts mit Polizei und Justiz angeht, so reicht diese von Arbeitsauflagen beziehungsweise Weisungen über Verkehrserziehungskurse und soziale Trainingskurse bis hin zu Betreuungsanweisungen und Diversion.

Durch eine Betreuungsanweisung kann ein Jugendlicher bis zu einem halben Jahr einem Betreuungshelfer unterstellt werden. Diversion bedeutet, dass von der Strafverfolgung abgesehen werden kann, wenn der jugendliche Straftäter die Tat einräumt und die gesetzlichen Vertreter nicht widersprechen.

Eine einzelfallübergreifende Kooperation ist hingegen erforderlich, wenn junge Menschen, die bereits mehrfach straffällig geworden sind, Angebote erhalten sollen, die eine weitere kriminelle Karriere möglichst unterbinden sollen. In der Regel bietet das Jugendamt eine Betreuung an, nach Angaben des Amts werde sie aber nicht immer angenommen. Die Kooperation ist auch auf "Schwellentäter" ausgeweitet worden. Das sind Kinder unter 14 Jahren, die zwar noch nicht strafmündig sind, die aber schon mehrfach aufgefallen sind. Ziel der Kooperation ist es hier, frühzeitig zu helfen.

 
 
Kommentare (0)
  • Kommentare anzeigen
Anzeigen