Balingen - In der Weihnachtszeit ist Handball-Bundesligist HBW Balingen-Weilstetten immer für Überraschungen gut. Geht’s nach Trainer Rolf Brack und seinem Team soll die Tradition fortgesetzt werden – mit den Rhein-Neckar Löwen kreuzt heute (19.30 Uhr) der Tabellenführer zum Baden-Württemberg-Derby in der Balinger Arena auf.

Die Löwen kommen mit der Empfehlung, in der Fremde noch keinen Punkt abgegeben zu haben. Erst einmal musste sich das Team von Trainer Gudmundur Gudmundsson in dieser Saison geschlagen geben – mit 17:28 gegen den Rekordmeister und Tabellenzweiten THW Kiel. »Wir wollen in Balingen gewinnen«, sagt Löwen-Manager Torsten Storm. Tatsächlich spricht auch die Bilanz klar für die Kurpfälzer. In den bislang sechs Heimspielen gegen die Badener hatte Balingen-Weilstetten nur einmal die Nase vorn – mit 35:33 am 29. Dezember 2007.

Ob es auch dieses Mal für ein »Wunder in der Weihnachtszeit« reicht? HBW-Trainer Rolf Brack sieht sein Team gegen den Primus jedenfalls nicht völlig chancenlos. Natürlich seien die Rollen klar verteilt, die Löwen der Favorit. »Aber der Glaube, sie unter Druck setzen zu können, ist vorhanden. Es hängt alles von uns selbst ab. Wir müssen in allen Bereichen an unser maximales Leistungsniveau herankommen«, sagt der Sportwissenschaftler, der auf den Kader setzen kann, der zuletzt der MT Melsungen in Pokal (23:27) und Ligaspiel (29:31) unterlegen war. »In den beiden Partien haben wir uns im Konterverhalten deutlich gesteigert, hatten im zweiten Duell aber Probleme in der Deckung und auf den Halbpositionen.« Hier bemüht Brack das Prinzip Hoffnung – denn Kai Häfner und Roland Schlinger plagen sich ebenso wie Kreisläufer Christoph Theuerkauf mit Erkältungen. Linksaußen Manuel Liniger hat Probleme mit der Wade. »Sie werden aber spielen«, so Brack.

Die Löwen hingegen müssen bis zum Ende der Saison auf Kapitän und Goalgetter Uwe Gensheimer wegen eines Achillessehnenrisses verzichten. Für ihn aber haben sie mit dem 22-jährigen Isländer Stefan Rafn Sigurmansson Ersatz gefunden. Außerdem ist Linkshänder Alexander Petersson (Schulter) angeschlagen. »Es wird mit entscheidend sein, wie er sich einbringt. Er ist für uns eine große Gefahr«, sagt Brack. Dennoch – ein weiteres »Weihnachtswunder« will der 59-Jährige nicht ausschließen.