
Von Marcel Frech
Balingen. Die Sichelschule Balingen kooperiert mit dem Arbeitskreis Ambulanter Kinder- und Jugendhospizdienst im Zollernalbkreis. Ziel ist es, den Schülern das Thema Tod näher zu bringen und dieses im Unterricht zu behandeln.
"Das ist ein Thema, das unsere Schüler berührt", sagt Schulleiterin Edith Liebhäuser. "Aber es spricht niemand gerne darüber." Das soll sich jedoch ändern: Das Ziel der Schule und des Hospizvereins ist es, dass das Sterben und der Tod wieder mehr in die Gesellschaft rücken und keine Tabuthemem mehr sind.
Pfarrer Christof Seisser, der selbst an der Längenfeldschule unterrichtet, ist aufgefallen, dass Kinder sich vor allem der Frage stellen, wie man sich den Tod vorstellen kann. "Da herrscht ein unbefangenes Interesse. Man wird von Schülern unglaublich viel gefragt."
Allgemein könnten Kinder und Jugendliche leichter über dieses Thema reden als Erwachsene. "Da werden auch diejenigen plötzlich still und aufmerksam, die sonst eher nicht so bei der Sache sind."
Zahlreiche Kollegen seien deshalb daran interessiert, dass Vertreter des Hospizdiensts in ihren Unterricht kommen, um das Thema zusammen mit den Schülern zu bearbeiten, berichten Rektorin Liebhäuser und ihr Stellvertreter Joachim Finke – und das nicht nur in den Fächern Religion und Ethik.
Um einen Auftakt für die Zusammenarbeit zu geben, findet morgen, Donnerstag, 9. Februar, ein großer Aktionstag dazu statt. Los geht es um 10 Uhr in der Sporthalle der Sichelschule. Eröffnet wird die Veranstaltung durch die Sichelschulband. Danach treten die Rapper Toba Borke und Michel Schulz mit der Sängerin Julia Neumann auf.
Am Nachmittag geht es um 15 Uhr im Foyer des Rathauses weiter. Dort lesen Birgit Schafitel-Stegmann und Christof Seisser die Geschichte "Leb wohl, lieber Dachs" vor, die nach Art einer Fabel das Thema "Sterben" behandelt. Danach besteht die Möglichkeit an einem Bastelangebot teilzunehmen, organisiert von Lukas Haring. Im Anschluss folgt eine zweite Lesung, diesmal ein Kapitel aus der Astrid-Lindgren-Geschichte "Ronja Räubertochter". Zum Abschluss folgt um 16.30 Uhr eine Vorstellung des Zauberers René Magique.
Diese lockere Heranführung an das schwierige Thema ist in den bundesweiten Tag der Hospizarbeit eingebettet, der am 9. und 10. Februar gefeiert wird. Sie soll jedoch keine einmalige Veranstaltung bleiben, sagt Eduard Maass, Koordinator des AK Hospizdienst. Denn: "Tod und Trauer sind immer ein Thema", unterstreicht Sichelschulen-Konrektor Finke.