Balingen "SMEURA" rettet Straßenhunde
Schwarzwälder-Bote, 27.04.2012 17:01 Uhr
Traurig anzuschauen: Ein verletzter Hund blickt zwischen den Gittern in einem Tierheim hervor. Ute Langenkamp aus Dettenhausen hilft mit ihrem Verein Straßenhunden in Rumänien. Archiv-Foto: MaierFoto: Schwarzwälder-Bote
Von Selina Maucher
u Außer wirtschaftlichen Sorgen gibt es in Rumänien auch ein anderes großes Problem: Straßenhunde. Wegen unkontrollierter Vermehrung und der schrecklichen Bedingungen für die Hunde setzen sich viele Tierschützer, hauptsächlich aus Deutschland, für die Rettung der Tiere ein.
Ute Langenkamp, Vorsitzende des Vereins Tierhilfe Hoffnung mit Sitz in Dettenhausen bei Tübingen, ist Tierheimleiterin in Pitesti. Mit mehr als 4000 Tieren ist es laut Guinness-Buch das größte Tierheim der Welt. "Als ich 2001 von den schlimmen Bedingungen für die Tiere in Rumänien erfuhr, war mir klar, dass ich helfen musste", erklärt Ute Langenkamp. Sie gab daraufhin ihre anderen Tierschutzprojekte weitgehend auf, um sich voll und ganz der Not in Rumänien zu widmen. Denn dort wurden Streunerhunde auf grauenhafte Weise umgebracht.
Ute Langenkamp schloss mit dem Bürgermeister einen Vertrag: Ihr Verein übernahm die Kastration und Verantwortung für die restlichen herrenlosen Hunde in Pitesti und er versprach, die Hunde nicht mehr töten zu lassen. Aus einer früheren Fuchsfarm entstand die viereinhalb Hektar große SMEURA, die der Verein inzwischen kaufen konnte.
Ziel des Vereins ist es, die Hunde zu kastrieren und die gesunden wieder an ihre alten Plätze zurückzubringen. Die alten, kranken und zu jungen Hunde bleiben in der SMEURA und werden dort versorgt. Man bemüht sich, ihnen ein artgerechtes Leben zu ermöglichen. Trotz der vielen Kastrationen ist das Problem noch immer nicht gelöst, da viele unkastrierte Hunde von außerhalb der Stadt nach Pitesti gebracht werden. Auf die Frage, ob bis jetzt alle bedürftigen Tiere aufgenommen werden konnten, antwortet Ute Langenkamp: "Natürlich. Wir haben zwar schon sehr viele Hunde, aber wir lassen keinen im Stich, der unsere Hilfe benötigt."
Dazu erzählt sie eine kleine Geschichte: "Einer unserer Kollegen wurde von einem Mann, der einen Welpen bei sich hatte, aufgefordert, ihm den Welpen abzukaufen. Als der Kollege antwortete, er habe derzeit keinerlei Platz für ihn, drehte der Mann dem kleinen Hund den Hals um und warf ihn in den Wald."
Auch Katzen werden von den Tierschützern kastriert, allerdings sind sie nicht so stark gefährdet, weil sie sich verstecken und den Behörden nicht so sehr auffallen. "Es ist immer wieder hart, all die leidenden Hunde zu sehen, und manchmal fällt es uns sehr schwer, die Mittel aufzubringen, um sie am Leben zu halten. Aber wir lieben sie so sehr und sind voller Freude, wenn wir ihnen in ihrer großen Not helfen und sie retten dürfen", sagt Ute Langenkamp. Sie habe in ihrem Leben noch nie so viel arbeiten müssen wie im Tierschutz.
Der Verein hat mittlerweile schon mehr als 40 000 Hunde und auch Katzen kastrieren und Tausende der armen Tiere retten können. Es gibt keine reichen Sponsoren, die ihre Arbeit unterstützen. Die Spenden, die die vielen Tiere am Leben erhalten, kommen fast ausschließlich aus Deutschland, aber auch aus Österreich und der Schweiz. "Auch unsere über 80 rumänischen Mitarbeiter, die täglich unsere Tiere versorgen, müssen bezahlt werden. Ihre großen, bedürftigen Familien leben davon und sind froh, dass wir da sind", erzählt die Tierheimleiterin. Manchmal sind die Spendengelder so knapp, dass sie Notbriefe verschicken muss. Der Verein ist für jede kleine Spende sehr dankbar. Das Spendenkonto: Kreissparkasse Tübingen; Konto-Nummer 2 480 460; Bankleitzahl 641 500 20.
Weitere Informationen: Unter www.tierhilfe-hoff nung.de ist auch eine Vermittlungsbörse für die Tiere eingerichtet. u Die Autorin ist Schülerin der Klasse 8b des Gymnasiums Ebingen.





Smeura
Dieses Heim ist wirklich vorbildlich, an deren Leistung muss sich jeder Tierschützer messen lassen. Masse statt Klasse ist hier ein wirksamer 'Zauberspruch', denn helfen ist vordringlich geboten. Kein Luxushotel für 20 Vorzeigehunde, eine ehemalige 'Fuchsfarm', in der Tiere für 'degenerierte Luxusweibchen' im Reichen 'Westen' leiden mussten, ist nun Heimstatt für tausende geschändete Kreaturen. Und gut ist, sie werden - i. d. R.- nicht ins Ausland geschleust, um Kasse zu machen. Wer die Bilder in der Infobroschüre gesehen hat, den lassen sie nie mehr los, wer da noch 'Gutmenschen höhnt', dem ist nicht mehr zu helfen. Nicht zu vergessen sind auch die Bilder aus den 'Kinderheimen' Rumäniens bzw. der meisten ehem. Ostblockstaaten. Auch hier wird geholfen, und es ist gut so, dass auf breiter Ebene wirksam Arbeit geleistet wird und Tiere wie auch Menschen ein mehr oder weniger würdevolles Dasein ermöglicht wird, denn Tierschutz ist auch Menschenschutz und umgekehrt. Eine halbe Million für eine 'Katzenpension' mit 40 Vorzeigestubentigern, mit dem sich ein 'über seine Grenzen hinausgewachsen glaubender Veterinär und sein Landrat und vielleicht ein Bürgermeister' ein Denkmal setzen wollen, erscheint dagegen als 'pervertierte Hochkultur' des Pseudotierschutzes, denn, wie man an Smeura sieht, findet die Leistung vor Ort statt und nicht hinterm Schreibtisch beim Spendensammeln und Subventionen kassieren.