Von Wolf-Ulrich Schnurrund Larissa Schütz

Balingen-Erzingen/Engstlatt. Zwei Vikare verlassen Balingen. Philipp Rottach wird am Sonntag in Erzingen verabschiedet, Vikar Lukas Lorbeer in Engstlatt.

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Aus Vikar Philipp Rottach wird am 3. März ein Pfarrer: Mit der Ordination in der Balinger Stadtkirche endet für ihn die zweieinhalbjährige "Gesellenzeit" zum evangelischen Pfarrer.

Seine bisherige Wirkungsstätte Erzingen verlässt er bereits kommenden Montag. Zusammen mit seiner Frau und den beiden kleinen Kindern zieht er nach Künzelsau, wo er ab 1. März für die Gemeinde Crispenhofen-Weißbach zuständig sein wird.

Tags zuvor wird der 29-jährige Theologe mit einem Gottesdienst verabschiedet. Für die evangelische Kirchengemeinde Schömberg-Erzingen, zu der auch Dotternhausen, Dormettingen, Ratshausen, Schörzingen und Weilen unter den Rinnen gehören, bedeutet sein Weggang, dass die sieben Orte nun erst einmal ohne evangelischen Seelsorger dastehen.

In seiner bisherigen Gemeinde hätte er nicht bleiben können: Die evangelische Landeskirche sieht vor, dass fertige Vikare auf eine neue Stelle wechseln müssen.

Seit der bisherige Pfarrer Frank Lutz im Juli verabschiedet wurde, ist seine Stelle unbesetzt. Vikar Rottach hatte daher über die ohnehin zu seiner Ausbildung gehörenden Aufgaben in Gottesdienst, Seelsorge, Konfirmanden- und Schulunterricht auch den Alphakurs geleitet sowie sich in der Jugendarbeit und für die Jugendband engagiert. Pfarrer Bernd Mayer, der während der Vakanz die Geschäftsführung der Kirchengemeinde Schömberg-Erzingen übernommen hat, verlässt im Juni Weilstetten.

In Engstlatt wird das Pfarrhaus ebenfalls leerer, auch wenn Pfarrer Christop Braunmiller bleibt. Lukas Lorbeer aber wird sein Vikariat ab 1. März in der Region Mühlacker fortsetzen, wo er die beiden Kirchengemeinden Schmie und Zaisersweiher betreuen soll.

"Der Abschied von der Alb wird mir schwer fallen", gesteht der 34-jährige Heilbronner, für den Dorf und Land "eine neue Welt waren, wo es viel zu entdecken gab". Die raue Landschaft gefällt ihm, und auch die schwäbische Sprache: "Am Anfang musste ich oft noch nachfragen, weil ich manches nicht verstanden habe." Nach zweieinhalb Jahren in Engstlatt hat er dieses Problem kaum noch.

An seiner neuen Wirkungsstätte kommt wohl keine sprachliche Hürde auf ihn zu, denn die beiden Gemeinden liegen nicht weit von seiner Heimat Heilbronn entfernt. Einige Monate wird er dort noch Vikar bleiben, allerdings mit mehr Freiheiten als in Engstlatt: "Mein betreuender Pfarrer ist dann in Maulbronn, in den Gemeinden bin ich also selbstständiger."

Lukas Lorbeer verlässt Engstlatt mit "einem lachenden und einem weinenden Auge", wie er sagt – denn einerseits hat er die Engstlatter Gemeinde als sehr herzlich empfunden, andererseits ist er gespannt auf seine neuen Aufgaben.

Was dem Vikar aus seiner Zeit in Engstlatt im Gedächtnis bleiben wird? "Im Winter Schnee schippen zu müssen – das war für mich etwas ganz Neues."

u Der Gottesdienst mit Verabschiedung von Vikar Philipp Rottach beginnt am Sonntag, 17. Februar, um 10.15 Uhr in der Erzinger Kirche St. Georg.

u Vikar Lukas Lorbeer wird am Sonntag, 17. Februar, um 9.30 Uhr beim Gottesdienst in der Engstlatter St. Peterskirche verabschiedet.