
Betrifft: Gemeinderatssitzung in dieser Woche und Entscheidung Au-Stadion/Lochenbad Kaum zu glauben, aber am vergangenen Dienstag überkamen mich im Balinger Gemeinderat doch tatsächlich mediterrane Gefühle. Ich wähnte mich unter der warmen Sonne Griechenlands. Mitten auf der Pnyx, dem antiken Versammlungsort in Athen, durfte man den Worten der Schuldenrhetoriker lauschen, deren Reden nur vom Beifall der Beschenkten unterbrochen wurden. Über allem thronten die Archonten (hohe Beamte) und ihr oberster Dienstherr, Helmudukatos Reitemanglis, wusste nicht einmal, von welchen Schulden der Stadt die auferstandene Kassandra, Dietmakis Fothikis, gesprochen hat. Fothikis kann einem wirklich leid tun: Sollte er diese Einsparforderungen fortsetzen, ist ihm das Scherbengericht sicher. Von Osten kommt die Kälte und von Süden her hat schon lange der Virus des hemmungslosen Schuldenmachens auch auf Balingen übergegriffen. Die Kälte wird wieder verschwinden – und die Schulden? Wann versteht der Wähler, dass auf Pump finanzierte Wahlversprechen und vermeintliche Geschenke uns alle in diese katastrophale Verschuldung von Bund, Land und Kommunen getrieben haben? Wann zieht er endlich seine Konsequenzen und bemüht bei der nächsten Wahl sein Gedächtnis und erinnert sich, wie das so in der Vergangenheit mit den Wahlversprechen, Wahllügen, Steuerverschwendungen und Schuldenmachen war? Rainer Rehfuss, Balingen