Von Gert Ungureanu

Balingen. "Stabil und robust" – so beschreibt Georg Link, Chef der Agentur für Arbeit Balingen, den Arbeitsmarkt im abgelaufenen Jahr. Die durchschnittliche Quote von 4,2 Prozent im Zollernalbkreis liegt um 0,1 Prozentpunkte unter der des Vorjahrs und geringfügig über dem Landesdurchschnitt von 3,9 Prozent. Im Zollernalbkreis waren im vergangenen Jahr durchschnittlich 4236 Menschen ohne Arbeit.

Was der Agenturchef besonders hervorstreicht, ist der hohe Anteil der Menschen ohne Ausbildung: Sie machen mehr als die Hälfte der Arbeitslosen aus. Dem entgegenwirken soll die Qualifikations-Offensive, die es zum Ziel hat, auch Älteren einen Ausbildungsplatz zu vermitteln. "Dafür wird sehr viel Geld in die Hand genommen", sagt Link.

Bemerkenswert ist laut Link auch der Anstieg um 12,6 Prozent bei den jungen Arbeitslosen zwischen 15 und 25 Jahren. Die Erklärung dafür: Die Betriebe seien etwas vorsichtiger, was Neueinstellungen angehe; zudem seien die jungen Arbeitnehmer in wirtschaftlich schwierigen Zeiten auch die ersten, die entlassen würden.

Einem Zugang von 13 544 Arbeitslosen im vergangenen Jahr stehen 13 410 Menschen gegenüber, für die die Arbeitslosigkeit zumindest vorübergehend beendet werden konnte. Besonders hoch sei der Anteil bei Ausländern: Bei ihnen liege die Quote bei 9,5 Prozent; mit 5,9 Prozent sei auch der Anteil der über 55-Jährigen überdurchschnittlich hoch. Laut Statistik der Arbeitsagentur hat der Zugang von gemeldeten Stellen im vergangenen Jahr gegenüber 2011 abgenommen, jedoch waren zum Jahresende mehr offene Stellen im Pool.

Alles in allem habe die Quote im Zollernalbkreis mit 4,2 Prozent den niedrigsten Stand seit 20 Jahren erreicht. Die höchste Quote im mehrjährigen Vergleich hat die Arbeitsagentur im Jahr 2005 mit 8,1 Prozent verzeichnet. Die Zahl der Arbeitslosen im Bereich der Grundsicherung (SGB II) sank um 3,9 Prozent, hingegen stieg der Bestand im Bereich der Arbeitslosenversicherung (SGB III) um 2,2 Prozent.

Neu ist die Ganzheitliche Integrationsberatung (INGA): Sie soll jungen Menschen mit Vermittlungshemmnissen den Weg in die Arbeitswelt ebnen. Die Agentur für Arbeit Balingen habe dabei eine Pionierrolle übernommen: Sie sei eine der ersten Agenturen in Baden-Württemberg, die das Projekt umgesetzt habe.

Angesichts der Zahlen resümiert der Agenturchef: "Eine Massenarbeitslosigkeit wird es in den kommenden Jahren im Zollernalbkreis nicht geben.