Zollernalbkreis Im Klinikum ändert sich einiges
Julia Klebitz, 17.04.2012 07:54 UhrZollernalbkreis - Der Kernspintomograf steht, im OP-Bereich werden noch die Türsensoren getestet, und im Kreißsaal verbreitet die atmosphärisch beleuchtete Decke entspannte Stimmung. "Wir sind auf der Zielgeraden", sagt Landrat Günther-Martin Pauli.
Mitte Mai soll das größte und teuerste Bauprojekt des Landkreises - der Neubau des Zollernalb-Klinikums in Balingen - in Betrieb gehen. Letzte Gerätetests und Mitarbeitereinweisungen stehen an. Sowohl für die Belegschaft als auch für die rund 28.000 Patienten, die jährlich im hier behandelt werden sollen, wird sich einiges ändern.
"Wir haben die medizinische Qualität und die Funktionalität stark verbessert", sagt Klinikums-Geschäftsführer Josef Weiss. Dazu würden vor allem modernste Diagnose- und Therapiegeräte gehören. "Der neue Computertomograf macht während einer Umdrehung 40 Aufnahmen", sagt Weiss. "Beim alten waren es gerade einmal vier." Ebenfalls auf neustem medizinischen Stand: die drei Endoskopieräume des Klinikums. "Wir kommen mit den Geräten bis in den Gallengang", erklärt Weiss. Und das nicht nur zur Diagnostik: Gallensteine etwa könnten direkt entfernt und den Patienten so eine größere Operation erspart werden. Besonders stolz aber ist Weiss auf den Kernspintomografen. Eine Million Euro hat er gekostet und steht seit Februar im Klinikum in einem speziellen Raum mit Hochfrequenzabschirmung. Mit ihm können Aufnahmen gemacht werden, die ohne Strahlenbelastung für den Patienten kleinste Veränderungen an Knochen und Gewebe zeigen.
Außerdem soll er den Patienten künftig den Weg nach Albstadt in die Radiologenpraxis Schwamborn/Hütter, mit der die Klinik zusammengearbeitet hatte, ersparen.
"Kurze Wege für Patienten und Personal sind uns wichtig", betont Weiss. Das gilt auch innerhalb des Klinikums. Von der Liegendeinfahrt, über die im Notfall zwei Rettungswägen zeitgleich Patienten anliefern können, bis zum Schockraum sind es nur wenige Meter. Direkt neben den drei Kreißsälen gibt es einen speziellen Sectio-OP für Kaiserschnittentbindungen und auch ein angeschlossenes Brustzentrum. Echte ›Balinger Babys‹ wird es allerdings erst ab 2014 mit dem zweiten Bauabschnitt geben. "Erst dann zieht die Gynäkologie aus Albstadt um", sagt Weiss. Davor sind die Chirurgie und die Innere Medizin, die derzeit noch in Hechingen untergebracht ist, an der Reihe. "Im Juni ist der Umzug innerhalb einer Woche abgeschlossen", so der Plan. Dann kehrt Leben ein in den 80 Millionen teuren Klinikbau, der auch auf maximale Hygienebedingungen ausgelegt ist. In den Patientenzimmern fehlen jetzt nur noch die Betten. Höchstens zwei davon werden künftig in einem Raum stehen – ein Luxus im neuen Balinger Kreisklinikum. Nach einer Umbauzeit mit Einschränkungen und Lärm werde der Neubau auch dem Image des Klinikums gut tun, ist sich Landrat Günther-Martin Pauli sicher.
Und was wird aus Hechingen? Man werde sich, wenn das Gebäude leer sei, um eine sinnvolle Nachnutzung kümmern. Einerseits blieben die technischen Dienststellen des Landratsamts im Haus, zudem bestünden Pläne, das Gesundheitsamt in Hechingen anzusiedeln. Bisher war es in der Pflegeschule untergebracht. Die wiederum soll mit dem zweiten Bauabschnitt abgerissen werden. Auch Physio- und Ergotherapiepraxen oder Ärzte sollen in die Räumlichkeiten in Hechingen einziehen. "Eine medizinnahe Nutzung wäre schön, wir können aber als Landkreis kein Ärztehaus vorschreiben", so Pauli. Auch Büroräume könnten deshalb möglicherweise zur Verfügung stehen.




