Balingen Keine Abschusspläne mehr für Rehwild

Schwarzwälder-Bote, 07.02.2013 08:00 Uhr

Zollernalbkreis - Im Modellprojekt "Rehwildbewirtschaftung ohne behördlichen Abschussplan" (Roba) wird erprobt, inwieweit auf den behördlichen Abschussplan verzichtet werden kann.

Im Regierungsbezirk Tübingen ist der Zollernalbkreis als "Versuchseinheit" ausgewählt worden. Es besteht damit ab 1. April die Möglichkeit, im gesamten Landkreis auf den behördlichen Abschussplan zu verzichten und im Rahmen des Modellversuches eine Absprache mit den Verpächtern auf privatrechtlicher Ebene zu treffen.

Seit Beginn des Projekts im Jahr 2007 ist der Zollernalbkreis bislang mit einigen Hegeringen aus dem Bereich der Gemeinden Hechingen, Haigerloch und Jungingen beteiligt. "Die Rückmeldungen der bisher Mitwirkenden sind sehr positiv", sagt Landrat Günther-Martin Pauli; "mit der Teilnahme an dem Modellprojekt fördern wir den Bürokratieabbau, und alle Beteiligten sparen damit viel Zeit und Geld."

Die Wildforschungsstelle wird im Februar und März dieses Jahres im Sitzungssaal des Landratsamts zwei Infoveranstaltungen anbieten und über die Einzelheiten des Projekts aufklären sowie offene Fragen beantworten. Die Termine werden den Jägern in den nächsten Tagen bekannt geben.

 
 
Kommentare (2)
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FEB
07
Klarsteller, 12:32 Uhr

Von wegen Bürokratieabbau

Steuervergünstung würde besser passen. Wie will man noch prüfen wer wie viel Wild abschießt und verkauft wenn nicht über Abschusspläne die eine Erfassung verlangen? Ohne Abschusspläne keinerlei Möglichkeit für den Bürger herauszufinden wieviel Wild ausgerottet wurde. Und welche Bürokratie soll abgebaut werden. Werden Jagdbehörden nicht mehr aus Jagdpachten bzw. Jagdsteuern zumindest mitfinanziert? Wann werden Jägern die Jagdwaffen finanziert? Vetterleswirtschaftsausbau.. Waffengebrauch auf privatrechtlicher Ebene?? Sonst geht es noch gut?

FEB
07
Ernst Wenger, 10:47 Uhr

Verläßliche Zahlen?

Die tatsächlichen Zahlen an Rehwild sind völlig unbekannt und wohl ganz erheblich höher, als Jäger voraussetzen. Bisher hat man die Rehwilddichte an den Verbißgutachten festgemacht. Das ist aber ein Holzweg, da die verschärfte Jagd in gefährdeten Kulturen auch einen erheblichen Vergrämungseffekt hat, d.h.die Rehe verkrümeln sich woanders hin. Dies scheinen Untersuchungen in Revieren zu bestätigen, in denen trotz stark zurückgegangenem Verbiß steigende Wildunfallzahlen zu verbuchen sind. So einfach läßt sich eben nicht alles am lodengrünen Tisch ausrechnen. Vermutlich könnte man sich die Jagd generell sparen, da Rehwild durchaus selbstregulative Eigenschaften auch ohne Beutegreifer besitzt: Populationsdichte, Territorialverhalten, Krankheiten usw. Jäger überschätzen ihren regulierenden Einfluß auf Reh-, Schwarzwild, Fuchs und Waschbär massiv.