
Balingen - THW Kiel, HSV Hamburg, Rhein-Neckar-Löwen, TBV Lemgo, ... Schon allen hat der HBW Balingen-Weilstetten seinen vier Jahren Erstliga-Handball schon mal Punkte abgeknöpft. Allein der VfL Gummersbach hielt sich von den etablierten Teams schadlos.
In dieser Saison hat der HBW gleich dreimal die Gelegenheit, die "Schwarze Serie" zu beenden. Am Samstag in der Gummersbacher Eugen-Haas- Halle (19 Uhr) , drei Wochen später in der zweiten Runde des DHB-Pokal (Dienstag, 21. September, 20.15 Uhr/live bei Sport1) und am 29. Dezember beim "Heimspiel" in der Stuttgarter Porsche-Arena.
Am liebsten würden HBW-Trainer Rolf Brack und sein Team bereits am Samstag den Bann brechen. Das Gummersbacher Alleinstellungsmerkmal, alle acht Vergleiche gewonnen zu haben, wollte Brack nicht als Motivationshilfe herauskramen. "Ich habe das Team gereizt, in dem ich die Niederlage gegen die Rhein-Neckar-Löwen nicht schön geredet habe, sondern darauf hingewiesen, dass wir die Möglichkeit gehabt hätten, zu gewinnen, und zudem unsere gute Form angesprochen", so der HBW-Coach.
Den 31:30-Auswärtssieg der Gummersbacher beim TBV Lemgo hat der Sportwissenschaftler genau unter die Lupe genommen. Seine Erkenntnis: "In der zweiten Halbzeit haben beide Mannschaften nicht unbedingt besondere Klasse gezeigt. Wir sollten das Spiel nicht unbedingt unter dem Aspekt ›Handball braucht Wunder‹ im Kopf haben, sondern die leichten Fehler abstellen, die uns gegen die Löwen um mögliche Punkte gebracht haben." Nicht eingeplant hatte der Altmeister den Erfolg in Lemgo, deshalb warnt VfL-Geschäftsführer Axel Geerken auch vor Überheblichkeit. "Aber unser Trainer Sead Hasanefendic wird dafür sorgen, dass wir Balingen mit dem nötigen Respekt begegnen", so Geerken.
Mit Viktor Szylagyi (Flensburg-Handewitt) und Robert Gunnarsson (Rhein-Neckar-Löwen) haben wie schon so oft in den vergangenen Jahren auch vor dieser Saison wieder zwei Leistungsträger den VfL verlassen. Dafür hat der Europapokalsieger der Pokalsieger mit dem Franzosen Igor Anic (THW Kiel), Patrick Wiencek (TuSEM Essen), Josip Valcic und Torhüter Vjenceslav Somic (beide RK Zagreb) nachgelegt.
Sie erste Sechs jedoch besteht bis auf Anic aus bewährten Kräften: Vedran Zrnic, Adrian Pfahl, Geoffroy Krantz, Drago Vukovic und Adrian Wagner. "Die erste Besetzung der Gummersbacher ist sehr stark", sagt Brack, und dennoch hofft er auf ein Ende der "Schwarzen Serie", am besten schon am Samstag.