Balingen - Es war nicht einfach, den TV Weilstetten und die TSG Balingen 2000 zusammenzubringen und den HBW Balingen-Weilstetten zu gründen, erinnert sich Präsident Arno Stumpp. Und es sei genausowenig einfach, das Niveau zu halten oder zu steigern. Am Sonntag wird aber wird gefeiert – der HBW besteht seit zehn Jahren. Der Fusion im Jahr 2002 ging im Jahr davor die Zusammenarbeit beider Vereine im Jugendbereich voraus mit der Gründung der JSG Balingen-Weilstetten, in die alle Jugendmannschaften beider Vereine überführt wurden. Diese Kooperation war nach Ansicht von Arne Stumpp sicherlich "vertrauensbildend" und habe das Zusammengehen von TV Weilstetten und TSG Balingen Handball 2000, die damals finanziell an eine Grenze gestoßen waren, erleichtert.

Der Nachwuchs spielt auch jetzt eine wichtige Rolle, wenn es um die Zukunft des HBW geht. Denn nur durch eine gute Jugendarbeit – unter anderem spielt die A-Jugend in der höchsten Spielklasse – sei es möglich, dass Spieler den Sprung in die Bundesliga-Mannschaft schaffen wie inzwischen Felix König und Christoph Foth, ist der HBW-Präsident überzeugt. Das erleichtere auch das Zusammenstellen einer bundesligatauglichen Mannschaft, zumal der HBW nicht über die finanziellen Möglichkeiten verfüge wie viele der Konkurrenten – denen der HBW aber Paroli bieten kann, und das nun schon in der siebten Spielzeit in der Ersten Bundesliga.

Das "Generieren von mehr Einnahmen", wie es Stumpp bezeichnet, ist für ihn ebenfalls lebenswichtig, um weiterhin in der Ersten Bundesliga mitspielen zu können. In der hat siczh der HBW inzwischen etabliert, wie sich Stumpp freut. Die Arbeit in Balingen werde von Handballexperten und -funktionären mit Aufmerksamkeit verfolgt, wie er diese Woche am Rande des Länderspiels der Deutschen Nationalmannschaft in Stuttgart gegen Rumänien erfahren habe. Das Geleistete werde positiv gesehen. Immer wieder sei er auch auf die Hallensituation angesprochen worden, weil der HBW gerne die SparkassenArena ausbauen würde. Mehr Sitzplätze und auch VIP-Logen bedeuten höhere Einnahmen. Doch derzeit ist dieser Plan erst einmal zurückgestellt worden – wenngleich der Verein ein Angebot für eine Halle für rund 3500 Zuschauern nicht ablehnen würde. "In dieser Sache können wir uns alles vorstellen", sagt Stumpp. So müsse der Standort auch nicht unbedingt in Balingen liegen, denn der HBW ist als "Namen so gut, dass er im ganzen Kreis seine Heimspiele austragen kann".

Schließlich macht Stumpp ein erfolgreiches Wirken in den nächsten Jahren davon abhängig, ob noch weitere Personen in den Führungszirkel des Vereins stoßen und mithelfen. Denn die Hauptlast liege noch immer auf den Schultern einiger "Verrückter", die stark in die Vereinsarbeit eingespannt seien. Der Erfolg sei kein Selbstläufer, von ihm hänge aber alles ab: "Er macht begeisterungsfähiger. Für alle, den Nachwuchs, die Spieler, das Führungsteam und die Helfer, ist es eine andere, besondere Motivation, bei einem Bundesligaverein mitzuwirken."