Balingen - Zweimal hat sich Handball-Bundesligist HBW Balingen-Weilstetten binnen weniger Tage der MT Melsungen geschlagen geben müssen. Am Mittwoch ereilte die Schwaben in Hessen das Pokal-Aus, und auch im Punktspiel am Samstag hatte die MT das bessere Ende für sich.

Unzufrieden war Trainer Rolf Brack trotz der 29:31-Niederlage in Kassel dennoch nicht.

"Wir haben am Samstag eine sehr gute Angriffsleistung gezeigt", sagt Brack, der sein Team im vergleich zur 23:27-Niederlage im DHB-Pokal am Mittwoch beim zweiten Duell mit der MT in der Offensive deutlich verbessert sah. 16 Fehlwürfe, fünf technische Fehler, seien in Ordnung, schließlich hätte sich seine Mannschaft am Mittwoch zahlreiche Ballverluste mehr geleistet. Im Konterspiel waren die Schwaben den Gastgebern gar überlegen. Neun von elf Gegenstößen fanden ihr Ziel, Melsungen gelangen nur zwei Treffer, als es flott nach vorne ging. Im Spiel 6:6 jedoch hatte das Team von Trainer Michael Roth die Vorteile auf seiner Seite. Nur fünf Tore gelangen den Gästen bei 20 Würfen von den Halbpositionen im Rückraum. Roland Schlinger (1) und Kai Häfner (2), die ebenso wie Christoph Theuerkauf und Milan Skvaril mit Erkältungssymptomen zu kämpfen hatten, blieben weit unter ihren Möglichkeiten. Hingegen stellten Patrik Fahlgren (7) und Nenad Vuckovic (5) die Deckung des HBW vor Riesenprobleme.

"Uns ist es nicht gelungen, deren Zweikampfstärke zu brechen", so HBW-Coach Brack. Dreimal muss der HBW noch ran, ehe die Handball-Bundesliga in die WM-Pause geht. Am Mittwoch gastiert Spitzenreiter Rhein-Neckar Löwen in der Balinger Sparkassen-Arena (19.30 Uhr) zum Baden-Württemberg-Derby, am 23. Dezember, bittet der HBW die TSV Hannover-Burgdorf in der Porsche Arena in Stuttgart ab 15 Uhr zum Kampf um Punkte, und schließlich wartet noch das Auswärtsspiel beim Tabellenfünften HSG Wetzlar (Mittwoch, 26. Dezember, Rittal-Arena). Dreimal geht der HBW noch als klarer Außenseiter auf die Platte. Dennoch wollen die Schwaben ihre Ausgangsposition im Kampf um den Klassenerhalt verbessern.

"Wir wollen auf jeden Fall noch eine positive Überraschung schaffen. Dazu ist es aber notwendig, dass wir wieder mehr Gefahr von den Halbpositionen im Rückraum ausstrahlen", sagt Brack. Dabei sieht er die Chancen auf Punkte in den Heimspielen gegen die Rhein-Neckar Löwen – "vielleicht unterschätzen sie uns ein bisschen" – und die TSV Hannover-Burgdorf – "In Stuttgart haben wir immer gute Leistungen gezeigt" – weitaus größer als beim Gastspiel in Wetzlar.

Angesichts des Mammutprogramms, in dessen Mitte sich der HBW befindet, stehen in den nächsten Trainingseinheiten vermehrt Regeneration und taktische Finessen in der Deckungsarbeit auf dem Plan. "Für grundlegende Dinge wie Wurftraining bleibt da wenig Zeit. Ich hoffe einfach darauf, dass sich die Qualität im Abschluss im Vergleich zu den beiden Spielen gegen Melsungen verbessert", so Brack.