Balingen - Fünf Langzeitverletzte, gerade einmal fünf Spieler, die schon in der vergangenen Saison das Trikot des HBW Balingen-Weilstetten trugen – und dennoch gelang dem Handball-Bundesligisten am Samstag mit dem 31:30 (14:17)-Auswärtssieg beim TuS N-Lübbecke ein Coup.

"In dieser Form nicht konkurrenzfähig" lautete die Einschätzung von HBW-Trainer Rolf Brack noch vor ein paar Tagen. Angesichts der großen Verletzungsproblematik hatte der HBW beim Aufsteiger TV Neuhausen/Erms (29:34) und zuhause gegen den THW Kiel (22:34) klare Niederlagen bezogen. Nun musste sich Brack eingestehen: "Es schien, als seien wir nicht konkurrenzfähig."

Zehn Tage hatte die Mannschaft nun Zeit, sich auf das Auswärtsspiel beim TuS N-Lübbecke vorzubereiten, zehn Tage, um sich nach zahllosen Änderungen im Aufstellungsgefüge der 3:2:1- und 5:1-Abwehr zu finden. Und die Mission verlief erfolgreich.

"Wir haben uns den Ernst der Lage und die Bedeutung dieses Spiels bewusst gemacht", so Brack. Denn ein Blick auf den Spielplan verrät, dass die Aufgaben im Kampf um den Klassenerhalt bis zur WM-Pause – mit Ausnahme des Heimspiels gegen den TV Großwallstadt – nur schwer erfolgreich zu meistern sein würden. Auswärts geht’s zum HSV Hamburg, zur MT Melsungen und zur HSG Wetzlar, in der Balinger Sparkassen-Arena schlagen außer Großwallstadt die Rhein-Neckar Löwen und in der Stuttgarter Porsche-Arena die TSV Hannover-Burgdorf auf. "Ich dachte, dass wir in Lübbecke sicher die besten Chancen haben, etwas zu holen", so Brack weiter.

Glänzend präsentierte sich Torhüter Nikolas Katsigiannis nach langer Verletzungspause. Bei seinem Debüt im HBW-Tor entnervte er die TuS-Angreifer mit 13 Paraden. "In der Deckung hat Frank Ettwein ein perfektes Spiel hingelegt, Krsto Milosevic war stark, und auch Christoph Foth hat mir sehr gut gefallen", sagt der HBW Trainer. In der Offensive hatten die Gäste ihre Aktivposten in Benjamin Herth (11/3 Tore), Kai Häfner (5), Felix König (4) und Christoph Theuerkauf. Insgesamt erzielte der HBW bei 20 Konterversuchen 14 Treffer – Brack: "Das war die beste Quote in dieser Saison" – schluckte selbst elf Treffer aus dem Gegenstoß. "Wir waren frecher, taktisch cleverer, haben die richtige Mischung aus offensiver und kompakter Abwehr gefunden. Die Qualität der 3:2:1-Deckung war so gut, wie noch nie in dieser Saison, das hat mich beinahe schon an frühere Zeiten erinnert", erklärt der HBW-Coach.

Ganz wichtig: Mit dem Sieg haben die Schwaben (11:15 Punkte) ihren Vorsprung auf ihre Verfolger ausgebaut. Auf die Abstiegsplätze sind’s momentan fünf Punkte. Die belegen der TBV Lemgo (6:20), der TV Großwallstadt (5:21) und TuSEM Essen (0:26).