Balingen Gegen Extremsportler wird ermittelt

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Am Rekordlauf von Martin Szwed zum Südpol gab es schnell Zweifel. Nachdem die polizeilichen Ermittlungen jetzt abgeschlossen sind, befindet sich die Akte bei der Staatsanwaltschaft Hechingen. Foto: Archiv: Heuser

Balingen - Dem Extremsportler Martin Szwed droht eine Anklage wegen Betrugs. Vor gut einem Jahr hatte der 34-Jährige vermeldet, nach einem Fußmarsch durch die Antarktis den Südpol in neuer Weltrekordzeit erreicht zu haben. Das war offenbar nicht so.

Am Rekordlauf von Martin Szwed zum Südpol gab es schnell Zweifel. Nachdem die polizeilichen Ermittlungen jetzt abgeschlossen sind, befindet sich die Akte bei der Staatsanwaltschaft Hechingen.

Nachdem Oberstaatsanwalt Karl-Heinz Beiter die Unterlagen gesichtet habe, werde er demnächst entscheiden, ob Anklage erhoben wird, teilte die Pressesprecherin der Staatsanwaltschaft Hechingen, Nicole Luther, gestern auf Anfrage mit.

Das Umweltbundesamt hatte Anzeige gegen Szwed erstattet. Die Behörde vermutet, dass der Balinger Extremsportler seine Sponsoren betrogen haben könnte.

Der 34-Jährige, der die Kletterhalle im Balinger "Berolino" geleitet hatte und nach der Südpol-Affäre untergetaucht war, hatte behauptet, nach einem Fußmarsch von 1300 Kilometern durch die Antarktis den Südpol in der Rekordzeit von 14 Tagen und 18 Stunden erreicht zu haben. Zum Beweis lieferte er ein Foto, das ihn vor dem Südpol-Schild zeigte.

Daraufhin meldeten sich andere Südpol-Gänger zu Wort: Das Schild, meinten sie, sei ein paar Jahre alt; jetzt sehe es ganz anders aus. Und am Südpol hatte niemand den Wahl-Balinger gesehen. Zweifel kamen auf. Als einer der ersten hatte der bisherige Rekordhalter aus Norwegen Beweise gefordert. Unter anderem wollte er die GPS-Daten sehen.

Letztere hat Martin Szwed bis heute nicht veröffentlicht. Dafür hat er eingeräumt, dass das besagte Foto, das auch von der Deutschen Presseagentur veröffentlicht und danach zurückgezogen worden war, eine Montage sei.

Alles in allem könnte es für den Extremsportler richtig teuer werden: Weil die Expedition in die Antarktis nicht genehmigt war, droht ihm vom Umweltbundesamt zudem eine Geldbuße von bis zu 50.000 Euro – wenn sich herausstellen sollte, dass er tatsächlich dort war.

Warum das so ist? Um die Natur der Antarktis zu schützen, haben sich nach Angaben der Umweltbehörde mehr als 50 Staaten darauf verständigt, dass jede menschliche Aktivität in der Antarktis vorab geprüft werden muss. Und Martin Szwed hatte die von ihm geplante Südpol-Expedition nicht bei der Behörde angemeldet.

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