
Von Yvonne Arras
Balingen. Hans Christian Andersens Märchen "Die Schneekönigin" hat das badische Landestheater in der Balinger Stadthalle für Kinder aufgeführt.
Seit Kay eines Tages vom Splitter eines Zauberspiegels getroffen wurde, ist er mit jedem Tag unausstehlicher geworden. Der Spiegel zeigt von jedem Menschen nur das Schlechte. Als er zerbrach, wurden die Splitter in der Welt zerstreut. Wen sie treffen, der spürt nur noch Hass.
So wie Kay: Er beschimpft Gerda, seine beste Freundin. In seinem Herz ist kaum noch Freundschaft oder Liebe.
Nur die Schneekönigin, ein Wesen ganz aus Eis, mag Kays frostiges Herz. Sie nimmt ihn zu sich auf ihr Schloss. Hunderte Meter lange Säle erwarten ihn dort, eisige Winde und schrecklich kalte Zimmer aus Schnee.
Aber Gerda empfindet tiefe Freundschaft für Kay. Sie will ihn nicht verlieren, fasst Mut und macht sich auf die Reise zur Schneekönigin. Wunder und Abenteuer erwarten das Mädchen. Fremde Banditen werden auf der Suche nach Kay zu ihren Freunden. Raben und Rentiere weisen Gerda den Weg. Prinzessinnen hüllen sie in Muffs und Schneestiefel. Doch die schwerste Prüfung erwartet Gerda im ewigen Eis: Kays gefrorenes Herz kann sie nur mit Liebe wärmen.
Eisige Kälte haben auch die sechs Schauspieler der badischen Landesbühne Bruchsal mit ihrer Inszenierung von Christian Andersens "Die Schneekönigin" von der Bühne herab spüren lassen. So kahl die Bühne war, so blühend die Fantasie der Schauspielgruppe in jeder Szene. Wo lediglich eine mehrteilige Reihe aus Kommoden und Schränken als Kulisse diente, sorgten Regenschirme, Kissen, Stehlampen, ausgefallene Kostüme, Tücher und Bänder für Abwechslung.
Geschickt wussten die Darsteller ihre Requisiten einzusetzen und machten auf diese Weise dem Charakter eines Märchens alle Ehre. Die zuschauenden Kinder fieberten deshalb mit der Aufführung mit.