
Balingen-Ostdorf - Für Pfarrer Johannes Hruby ist es ein Zugewinn an Sicherheit. Viele Ostdorfer dagegen empfinden das Verschwinden der Bäume vor der Ostdorfer Medarduskirche als herben Verlust.
Die stattlichen Linden vor der Kirche wurden am Wochenende gefällt. Nun eröffnet sich für Bewohner, die die Dorfstraße entlanggehen, ein völlig neuer Blick. Nicht jedem gefällt, was er sieht.
"Mit tut es richtig weh", sagte gestern eine Bürgerin im Gespräch mit unserer Zeitung. Viele Ostdorfer trauerten um die Linden. Und sie zeigten Unverständnis. Die Bürgerin spricht von einer "Hauruck-Aktion". Die Pläne seien auch innerhalb der Gemeinde nicht ausreichend kommuniziert worden: "Keiner wusste davon." Nach Ansicht der Bürgerin waren die Bäume gesund.
Tatsächlich war nicht Krankheit ausschlaggebend für die Entscheidung, die Linden zu fällen. Herunterfallende Äste seien ein Sicherheitsrisiko für Fußgänger und Kirchenbesucher gewesen, teilt Pfarrer Hruby mit. Zudem hätten die Bäume so starke Wurzeln geschlagen, dass dadurch die Kirchenmauer in Mitleidenschaft gezogen worden sei. Und Windbruch hätte bedrohliche Auswirkungen auf die nahe gelegene Stromleitung haben können.
Diese Gründe hätten die Kirchengemeinde dazu bewogen, "sich von den Bäumen zu trennen". Laut Hruby sollen dort Sträucher nun gepflanzt werden. Außerdem sei ein behindertengerechter Zugang zur Kirche geplant.