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Balingen-Frommern - Das Interesse war groß: An den beiden Ausstellungsnachmittagen haben viele Frommerner Katholiken Modelle und Skizzen des Wettbewerbs für den Kirchenneubau begutachtet.Bereits am Sonntag drängten sich ganze Familien zwischen Tischen und Stellwänden. Vom Kind im Kommunionsalter bis zur Großmutter reichte das Altersspektrum der Gemeindemitglieder, die aufmerksam die Architektenzeichnungen studierten.
Dabei gab es einiges zu diskutieren. "Des hätt’ mir aber besser gefallen", sagte eine ältere Frau und wies auf einen schicken, ovalen Entwurf. Der aber hat es nicht einmal zu einer Anerkennung durch das Preisgericht geschafft. Manchem erscheint das Siegermodell etwas zu schlicht – nicht zuletzt im Vergleich zur am 13. März 2011 niedergebrannten alten Kirche St. Paulus.
Die mit dem zweiten Preis von 5000 Euro prämierte Arbeit von Eberhard Wurst fand viel Anklang. Nicht zuletzt wegen der Bauweise, die ermöglichen würde, das Gotteshaus bei großen Festen zum Kirchplatz hin zu öffnen. Ein Mann mittleren Alters nickte zustimmend, nachdem er den ebenfalls zweitplatzierten, rechtwinkligen Entwurf von Kadir Tokat betrachtet hatte. Dieser rückt den separat stehende Kirchturm in den Mittelpunkt des Gemeindezentrums-Geländes.
Mancher von der Jury nur unter "ferner liefen" platzierte Wettbewerbsbeitrag stieß in den regen Gesprächen des Publikums auf mehr Gegenliebe als die fünf der Spitzengruppe. Doch es geht eben nicht nur ums Aussehen und Position der einzelnen Gebäude: Viele Faktoren haben zur Entscheidung der Preisrichter geführt.
Welcher Laie kann ohne weitergehende Informationen beispielsweise erkennen, dass eine Skizze das Gemeindehaus an den Rand drängt und diesen Ort der Begegnung damit weitgehend ignoriert? Ein anderer Entwurf sieht zwar kühn und modern aus. Der arena-artige Innenraum der Kirche mit emporstrebenden "Zuschauerrängen" widerspricht aber dem liturgischen Grundgedanken der Gemeinschaft – die Gläubigen würden im Gottesdienst zu bloßen Beobachtern.
In jedem Fall hat der Diskussionsprozess auch für den Kirchengemeinderat erst begonnen. Die gewählten Entscheidungsträger müssen in der Zeit bis zum Planungsbeschluss ein Ohr für die Meinung ihrer katholischen Mitchristen haben. Denn Ziel der Willensbildung ist ein gutes Ergebnis – eine neue Kirche, in der sich alle Gemeindemitglieder wohlfühlen können.