Von Detlef Hauser

Balingen. Sie sollte zu einem weiteren Mosaikstein der "Kunststadt" Balingen werden, die im vergangenen Jahr zum ersten Mal organisierte "Sommerakademie". Geplant war eine Fortsetzungsgeschichte, doch vorerst ist dieses Kapitel geschlossen.Im vergangenen August waren 50 Kunstinteressierte nach Balingen gekommen – zum Teil von weit her –, um sich in sechs unterschiedlichen Kursen weiterzubilden. Unter anderem ging es um Malerei und Zeichnen sowie Skulptur und Objektkunst. Zu den Kursleitern gehörten neben dem Balinger Michl Brenner auch Renata Tumarova, Roman Scheidel und Albrecht Rissler. Ein Höhepunkt der "Sommerakademie" war die Finissage in der Stadthalle, bei der Werke der Teilnehmer ausgestellt waren.

"Die Geschichte ist gut angelaufen", erinnert sich Ottmar Erath, Leiter der Balinger Volkshochschule (vhs), die die "Sommerakademie" organisiert hatte. Umso mehr bedauert er die Entscheidung, dass es nach der Premiere im vergangenen Jahr, entgegen der ursprünglichen Absicht, keine Fortsetzung gibt.

Er macht dafür zwei Gründe verantwortlich: Im vergangenen Jahr musste die vhs rund 10 000 Euro nachschießen. Es sei nicht überraschend, dass eine solche Veranstaltung nicht kostendeckend stattfinden könne. Doch in diesem Jahr habe die vhs nicht die Möglichkeit, die zu erwartende Deckungslücke zu schließen. Der Haushalt sei in diesem Jahr deutlich "enger", nachdem unter anderem die Zahl der Integrationskurse rückläufig sei.

Darüber hinaus gebe es räumliche Probleme. So stehe die Stadthalle wegen der Heckel-Ausstellung nicht zur Verfügung. 2012 haben dort noch drei Kurse und die Finissage stattgefunden. Daher habe der vhs-Vorstand die "schmerzliche" Entscheidung getroffen, auf die "Sommerakademie zu verzichten.

Erath hofft, dass nur dieses Jahr "pausiert" werden muss, es mit der "Sommerakademie" doch noch weitergeht. Es werde aber überlegt, ob die Lücke durch andere Aktionen geschlossen werden kann, eventuell im Zusammenhang mit der Heckel-Ausstellung. Der vhs-Leiter hält fest, dass aufgrund der angespannten Haushaltslage zwar Einsparungen und Verlagerungen notwendig seien. Aber es sei an keine Gebührenerhöhung gedacht. Auch das Standardangebot werde es weiterhin "in vollem Umfang" geben. Die Konzentration liege in diesem Jahr eben auf der Rubrik "Notwendig" und nicht auf "Wünschenswert", wie Ottmar Erath bedauert.