Balingen Denkmal ist wieder schön anzusehen

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An der Kreuzung der Hauptwege von der Kirche und von der Aussegnungshalle herhat das sanierte Friederike-Rösler-Denkmal einen neuen Platz gefunden. Foto: Privat Foto: Schwarzwälder-Bote

Mehr als vier Jahre lang hat der Bürgerverein Balingen bei der Stadt darauf gedrängt, das Denkmal für Friederike Rösler auf dem Balinger Friedhof zu restaurieren und zu versetzen. Das ist nun geschehen.

Balingen. Die Stadt Balingen hatte um 1880 für den Friedhof in Stuttgart einen Grabstein gekauft und im Balinger Friedhof das Denkmal aus rotem Sandstein mit einer weißen Marmorplatte für die Inschrift aufgestellt. Der Vorsitzende des Bürgervereins, Heinz Schwab, hatte bei einer Friedhofsbegehung festgestellt, dass das Denkmal auf einer Seite immer mehr im Boden versinkt und schief vor der nahe gelegenen Mauer mit den Urnennischen steht. Seiner Ansicht nach "ein unwürdiger Eindruck". Auch Else Müller, ebenfalls Mitglied im Bürgerverein, hatte sich über viele Jahre für das Denkmal engagiert.

An die umfassende Sanierung des Denkmals machte sich im Juli der Steinmetzmeister Paulus Roth aus Haigerloch. Der künftige Standort wurde zudem neu bepflanzt.

Friederike Rösler (1819 bis 1880) war die Tochter des vermögenden Balinger Apothekers Märklin – früher Rathausapotheke, inzwischen Schuh Weith. Sie heiratete den "Armendoktor" Friedrich Rösler, der in Brackenheim lebte und sich 1848/49 in der Revolutionsbewegung engagierte. Als er auf dem Asperg inhaftiert war, hielt neben anderen Friederike Rösler den Kontakt zu den eingesperrten Revolutionären aufrecht. Sie hatte sicherlich Anteil an der Flucht ihres Ehemannes, die von Pfarrer Franz Hopf aus Endingen inszeniert worden war. Das Ehepaar floh nach Amerika, wo der Arzt in New York zu Ansehen und Reichtum kam.

Nach dem Tod des Ehemanns kehrte die "Doktorswitwe" nach Stuttgart zurück. Pfarrer Hopf riet ihr, eine Stiftung zu Gunsten der Balinger Jugend einzurichten. Mit rund 140 000 Goldmark fiel die Stiftung sehr großzügig aus. Für diesen Betrag hätte man damals in der Balinger Friedrichstraße acht Häuser kaufen können.

Zum Gedenken an Friederike Rösler wurde nach dem Zweiten Weltkrieg die Hauswirtschaftliche Schule des Ernährungswissenschaftlichen Gymnasiums in "Friederike-Rösler-Schule" benannt – bis zu deren Verlegung nach Ebingen im Jahr 2004.

Bei der Auflösung der Stiftung im Jahre 1981 waren noch 13 000 Mark vorhanden, die an die Jugendarbeit der evangelischen Kirchengemeinde gingen.

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