Balingen BYH: Stoff fürs Metal-Tagebuch

Sabrina Deckert und Steffen Maier, 16.07.2012 15:36 Uhr

Balingen - Ein rockiges Festival hat Balingen am Wochenende erlebt – was es da nicht alles zu berichten gibt! Wir tun es in Form eines Tagebuchs vom Samstag – mit kleinen, großen, netten und irgendwie typischen Bang-Your-Head-Anekdoten.

14.35 Uhr: Wiener Walzer in Kutte: Tankard sind von der Bühne, da dudelt auf einmal die "Derrick"-Serienmelodie über den Festival-Platz. Und die Metaller tanzen dazu im Dreiviertel-Takt mit.

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14.46 Uhr: Hunger, Pipi, kalt – so sind die Mädchen halt. Gut, kalt war es nicht wirklich – aber an den Essensständen stehen überwiegend Frauen und holen sich ein ordentliches Mittagessen. Backfisch zu Backfisch. Oder doch lieber ein Steak? Qual der Wahl.

15.20 Uhr: Die Gruppe Axxis hat schon einige Lieder gespielt, da bekommt Justin seinen großen Auftritt. Der Junge ist Sänger Bernhard Weiß im Publikum aufgefallen, wegen seiner schwarzen, langen Locken-Perücke und der Luftgitarre. Weiß holt Justin auf die Bühne, gibt ihm ein Tamburin in die Hand: "Spiel mal". Justin legt los, und die Metal-Fans klatschen begeistert zu den eher Reggae-mäßigen Klängen. Noch ein Abschiedsfoto mit Masse, dann rocken Axxis weiter. Justins Kommentar dazu: "LoL!"

16 Uhr: Ein Nickerchen in Ehren kann niemand verwehren: Während sich der Großteil des Publikums Primal Fear anschaut, träumen sich die Ersten auf Decken vor der Bühne ins Lummerland. Den Hut über das Gesicht gezogen und alle viere von sich gestreckt. Achtung, bitte nicht drüberstolpern.

16.40 Uhr: Auf dem Gelände ist es heiß – Sonnenbrandalarm. Shoppen ist angesagt, in den Verkaufszelten ist es wenigstens schön schattig. Zu kaufen gibt es hier alles und noch viel mehr: Schmuck, Shirts, Feuerzeuge, Gürtelschnallen, Plakate. Die Andenken-Shirts ans BYH 2012 sind schon nicht mehr in allen Größen verfügbar.

17.45 Uhr: Vorsicht, laut und düster: Primordial schrubbert über die Gitarren – die Bässe lassen die dünnen Wände der Toiletten wackeln.

18.20 Uhr: Buum! Explosion auf der Bühne, Sabaton sind da. Das "Kampfhosen-Geschwader heizt dem BYH-Publikum in neuer Zusammensetzung so richtig ein – und das im wahrsten Sinne des Wortes: Es herrscht Flammenwerfer-Alarm. Aus der Vogelperspektive ist das Meer aus fliegenden Armen und klatschenden Händen ein Gänsehautmoment.

20.35 Uhr: Premiere geglückt: Gotthard spielt zum ersten Mal mit dem neuen Sänger Nic Maeder auf einem Festival. Fan Max kommentiert: "Das Original kann keiner ersetzen – aber Nics Stimme ist schön kräftig." Die Band gibt gerade "Like a fist in my face" zum Besten – und genau so schlagen sie auf dem BYH auch ein. Passt wie Faust aufs Auge.

21.32 Uhr: Der Auftritt der letzten Band am Samstagabend auf der Open-Air-Bühne – Edguy – verzögert sich. Irgendwelche technischen Probleme. Also kommt wieder Musik vom Band: Ausgerechnet "Last Christmas" von "Wham". Erstaunlicherweise singen die harten Metal-Fans in den ersten Reihen textsicher mit. Dann kommen Edguy, Sänger Tobias Sammett macht sich aber keine Freunde: Mit blöden Sprüchen vergrätzt er das Publikum, hält sich nicht an das, was auf den T-Shirts der Bühnenarbeiter steht: "Shut up and play!" Viele Festival-Besucher sind von Edguy genervt, gehen rüber in die Messehalle, dort spielt Exodus. Und viele bekommen dann gar nicht mehr mit, wie Edguy-Sänger Sammett von der Bühne fällt, sich verletzt und trotzdem weiter spielt.

23 Uhr: Feuerwerk. Raketen steigen in den Himmel, Böller krachen. Das 17. Bang Your Head ist fast vorbei. Veranstalter Horst Franz stellt sich auf die Bühne, dankt den Zuschauern.

Seine Bilanz? Gemischt, wie er im Gespräch mit unserer Zeitung sagt: Gute Musik einerseits, aber gleichwohl Pech gehabt beim Versuch, den einen oder anderen Knaller zu buchen. Genervt ist Franz von einigen Zwischenfällen rund ums BYH: Schlägereien, alkoholbedingte Ausfälle. Er ärgert sich darüber, dass weniger Zuschauer als 2011 kamen, insgesamt 22 000 waren es mit Gästen. 2013 soll's besser werden, dann wird wieder gerockt: Heute schon vormerken: 12./13. Juli, Balingen.

 
 
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