Balingen (wus). In Form eines anrührenden Konzerts bot die Volkstanzgruppe Frommern am vierten Adventssonntag eine besinnliche Alternative zum derzeit allgegenwärtigen Weihnachtsschlagerkitsch.Mit dem schwäbischen Weihnachtskonzert unter dem Leitvers "Hört, wie in Lüften die Engelschar singt" trotzten Sänger und Musiker gestern Abend gemeinsam der Hektik der Festvorbereitungen. Erwartungsvolles Gemurmel vorweg, dann die ersten Klänge der Hirtenhörner – und schon waren die Zuhörer in der Balinger Stadtkirche mitten in dem von einer fröhlichen Grundstimmung getragenen Programm.

Der mundartliche Ansatz, einschließlich Lesungen aus der von der Volkstanzgruppe selbst herausgegebenen "Bibel für Schwoba", bedeutete dabei keineswegs sentimentale Feiertagsseligkeit. Er vereinte vielmehr Brauchtum und Kunst in anspruchsvoller Weise und berührte zudem das Publikum.

Das in Wort und Klang gelungen zusammengefügte und mit hörbarer Leidenschaft vorgetragene Programm hatte viele Zuhörer in die Stadtkirche geführt. Vor allem auf den Emporen fanden sich dabei viele Kinder mit ihren Eltern.

Auch in einer evangelischen Kirche dürfe man zwischendurch Beifall klatschen, erlaubte Manfred Stingel vorweg, Leiter der Volkstanzgruppe. Das nahmen die Anwesenden ernst. Und Stingels musikalische Mitstreiter im "Balinger Häs" erfüllten sein Versprechen, eine Einstimmung auf das bevorstehende Fest solle das Konzert werden.

Dabei blickten die Sänger und Instrumentalisten auch über den Horizont Schwabens hinaus: Stücke aus dem Allgäu, Engadin oder von Sardinien erklangen ebenso wie klassische Kirchenkompositionen oder ein Kinderlied.