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Baiersbronn Zäunchen nun überflüssig

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Die neuen Trockenmauern wirken noch etwas fremd inmitten der Landschaft, doch Eidechsen und Co. scheinen ein neues Zuhause gefunden zu haben. Foto: Braun Foto: Schwarzwälder-Bote

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Der Ausbau der Landesstraße 409 in der Ortsdurchfahrt Klosterreichenbach ist schon eine Weile abgeschlossen, doch Ortsvorsteher und Gemeinderat Karlheinz Nestle ist um das Wohlergehen der in Klosterreichenbach lebenden Reptilien besorgt.

Baiersbronn-Klosterreichenbach. Nachdem Nestle in der jüngsten Gemeinderatssitzung noch eine Klage gegen den NABU wegen "Tierquälerei aufgrund von Freiheitsberaubung" gefordert hatte (wir berichteten), scheint nun das Reptilienproblem so gut wie gelöst.

Im Zuge des Ausbaus der Landesstraße 409 war in den alten Trockenmauern die geschützte Art der Zauneidechsen entdeckt worden, insgesamt zwei Exemplare. Noch bevor die eigentlichen Ausbaumaßnahmen beginnen konnten, mussten im Gewann Reuthäberle auf einer Fläche der Staatsforstverwaltung neue Trockenmauern gebaut werden, um die Zauneidechsen und Blindschleichen entsprechend "zwangsumsiedeln" zu können.

"Die neue Wohnstätte für die Eidechsen wurde mitten in der Landschaft gebaut und kostete eine sechsstellige Summe, ein Zaun musste ebenfalls um das neue ›Wohngebiet‹ gezogen werden, sodass für die Eidechsen kein Entkommen mehr ist", sagt Nestle, der diese Art der Einzäunung als "Freiheitsberaubung der Reptilien" bezeichnet.

Auch Anlieger finanzieren einen Teil der Artenschutzmaßnahme

Zudem würden die Kosten zu 85 Prozent vom Land getragen und zu 15 Prozent von den Anliegern, die damit auch einen Teil der Artenschutzmaßnahme finanzieren mussten. "Nachdem die neuen Trockenmauern als Ausgleichsmaßnahme gebaut wurden, musste auch noch ein Zaun um das neue Eidechsenwohngebiet gezogen werden", so der Ortsvorsteher.

Bereits einige Ordner füllen die Akten in der Ortschaftsverwaltung. Nun ist die Baumaßnahme seit Anfang des Jahres abgeschlossen, doch die eingesperrten Eidechsen und Blindschleichen schienen vergessen worden zu sein, bis zu Nestles Vorstoß in der Gemeinderatssitzung.

Thomas Schrenk vom Regierungspräsidium Karlsruhe hat die gesamte Baumaßnahme begleitet und erklärt die Notwendigkeit der Artenschutzmaßnahme. Schon im Planfeststellungsbeschluss zum Ausbau der Landesstraße sei der "Schutz der Eidechsenpopulation" besonders hervorgehoben worden. "Das geben die Biologen entsprechend vor, innerorts wurden keine Eidechsen gefunden, aber außerorts wurden die Eidechsen und Blindschleichen aktiv umgesetzt", berichtet Thomas Schrenk.

Das Büro für Landschaftsökologie Laufer aus Offenburg wurde vom Regierungspräsidium mit der Artenschutzmaßnahme beauftragt und kann nun erste Erfolge vermelden.

Hubert Laufer erklärt zu den Bewohnern der alten Trockenmauern: "Wir haben zwei Zauneidechsen, 50 Blindschleichen und zehn Waldeidechsen gefunden. Diese wurden von der alten Trockenmauer in die neu gebaute Mauer umgesiedelt." Es sei eine gesetzliche Verpflichtung, für diese Tiere einen neuen Lebensraum zu schaffen. Daher habe man neue Trockenmauern, nicht weit weg von den alten Mauern, mitten im Gelände gebaut. Der von Ortsvorsteher Nestle kritisch beäugte Zaun sei gebaut worden, um die Tiere erstmal an ihr neues Zuhause zu binden. "Wenn Eidechsen in einen neuen Lebensraum kommen, dann gefällt es ihnen erstmal dort nicht, daher musste der Zaun gezogen werden, um sie dauerhaft dort halten zu können", so Laufer.

Nun stehe der Zaun rund ein Jahr, und die ersten Jungtiere seien geschlüpft, daher könne man den Zaun abbauen, denn die Umsiedelung sei erfolgreich verlaufen. "Wir haben nachgeschaut, und die Eidechsen sind noch da, die Aktion ist von Erfolg gekrönt", teilt der Experte begeistert mit.

Das Regierungspräsidium habe die Firma Strabag mit dem Abbau der Fluchtschranke beauftragt. So kann denn auch Ortsvorsteher Nestle wieder beruhigt schlafen, denn die Freiheit der Tiere ist nach dem Abbau wieder gewährleistet.

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