Von Helga Michel Baiersbronn. Stürmische Zeiten prägten das Jahr 2012 im Forst. Und auch im nächsten Jahr geht es in Baiersbronn weiter mit der Aufarbeitung des Sturmholzes. Dabei wird im Waldhaushalt 2013 von einem Überschuss in Höhe von 952 450 Euro ausgegangen.Jörg Ziegler, Leiter der Forstamtsaußenstelle Baiersbronn, stellte bei der jüngsten Sitzung des Gemeinderats den Teilhaushaltsplan 2013 des Gemeindewalds vor. Zwar musste Ziegler auch einiges an Kritik einstecken, der Teilhaushaltsplan wurde aber schließlich einstimmig abgesegnet.

Das Forstwirtschaftsjahr 2012 sei von Sturmereignissen geprägt, so Ziegler in seinem Rückblick – angefangen von Wintersturm Andrea im Januar bis zum Sommersturm Ende Juni, der Baiersbronn rund 344 000 Festmeter Sturmholz bescherte. Inzwischen sind im Gemeindewald 45 000 Festmeter aufgearbeitet, zwischen 20 000 und 25 000 Festmeter müssten noch aufgearbeitet werden. Unterm Strich, so Ziegler, sei man auf einem guten Weg.

Im nächsten Jahr ist ein Einschlag von 35 000 Festmeter geplant, davon 10 000 Festmeter durch eigene Waldarbeiter. Zum Vergleich: Der durchschnittliche Jahreseinschlag liegt bei 25 000 Festmetern. Dass beim Einschlag ausschließlich zufällige Nutzung im Plan steht, auch das ist noch dem Sturm geschuldet.

Jungbestandspflege ist auf rund 20 Hektar vorgesehen, der Aktionsplan Auerwild soll auf vier Hektar umgesetzt werden. Dabei geht es um die Pflege von Auerhuhnhabitaten. Auf rund 360 Hektar ist eine Kalkung geplant (Breitmiss, Hilpertsberg, Stöckerkopf). Außerdem sollen 6500 Buchen und anderes Laubgehölz sowie 1000 Nadelgehölze gepflanzt werden.

Gemeinderat Erwin Zepf (CDU) kritisierte unter anderem, dass das Sturmholz nicht schnell genug aufgearbeitet worden sei. "Ein Drittel Altlast Sturmholz, das ist mir zu viel." Das müsse im nächsten Jahr schnell angegangen werden. Das wollte Ziegler nun nicht auf seinen Leuten sitzen lassen. Der Vorwurf, es gehe zu langsam, sei zwar öfter zu hören, doch: "Das stimmt nicht." Es sei für alle Beteiligten ein Riesending, in einem halben Jahr 50 000 Festmeter Holz aufzuarbeiten. "Das, was menschenmöglich war, ist passiert in diesem Fall", stellte Ziegler fest. Er sei gottfroh, dass nun Schnee liege und die Leute mal einige Zeit durchschnaufen könnten. Eines versprach er: Am ersten schneefreien Tag gehe es weiter.

Auf die Frage von Gerhard Gaiser (SPD), der auch das Thema Klimawandel anschnitt, ob die Sturmschäden nicht zum Teil hausgemacht seien, weil Freiflächen und zusätzliche Wege den Wald leichter angreifbar gemacht hätten, antwortete Ziegler, dass es bei Stürmen dieses Ausmaßes völlig egal ist, ob dort Freiflächen oder Maschinenwege sind. "Ich würde fast ausschließen, dass Maschinenwege die Ursache sind." Und: Rein forstwirtschaftlich sei er dankbar, dass er dieses Erschließungssystem habe, es stelle Flexibilität sicher.

Was die Wiederbewaldung angeht, so hätten frühere Stürme gelehrt, abzuwarten und mit Ruhe und Gelassenheit zu beobachten, was sich bei der Naturverjüngung tut, um Pflanzungen sauber planen zu können. Gleich eine ganze Reihe von Fragen hatte Fritz Kalmbach (CDU). Sie reichten von der Qualität des Sturmholzes über Sicherheitsvorschriften bis zur Leistung der Waldarbeiter. Unterm Strich ergibt sich bei der Qualität laut Ziegler eine leichte Verschlechterung. Nicht diskutieren werde er zum jetzigen Zeitpunkt über das Thema Leistung. Denn bei der Aufarbeitung von Sturmholz sei das oberste Ziel, dass keine Unfälle passieren. Die Sicherheitsvorschriften seien beim Forstamt strenger als bei Privatunternehmen.

Büroleiter Wolfgang Eitel informierte, dass zurzeit die Schäden an Wegen erfasst würden, um dann Zuschussanträge zu stellen.