Baiersbronn - Sportlich läuft es derzeit nicht ganz so rund für Melanie Faißt. Doch dafür sorgt die Skispringerin vom SV Baiersbronn anderweitig für Furore. Sie ist auf der Titelseite des "Playboy" im März.

Gestern kam die Nachricht, dass die junge Sportlerin nicht für die Weltmeisterschaft in den Kader berufen wurde. Es war nicht ihre Saison. Ende des vergangenen Weltcupjahres verletzte sie sich. Dann kam die Umstellung auf einen neuen Anzug, der ihr und ihrer Technik nicht entgegenkam. Sie kam in ein sportliches Tief. Der Schwarzwälder Bote titelte am 18. August 2012: "Enger Anzug nimmt das Gefühl." Nun zog sie den Anzug ganz aus. Für das Männermagazin "Playboy", zusammen mit den zwei Wintersportlerinnen Isabella Laböck und Sabrina Weilharter.

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Ihre Zusage gab die zweimalige Deutsche Meisterin nicht sofort. Doch dann entschied sie sich doch, die Hüllen fallen zu lassen. Am Ende sei sie selbst positiv überrascht gewesen, denn "so habe ich mich auch noch nicht im Spiegel gesehen", gesteht die 23-Jährige. Vor drei Tagen feierte sie Geburtstag. Auch nicht vor den Kopf gestoßen fühlt sich ihr Bruder Manuel. Der erfolgreiche Kombinierer sagt, dass er schon von Anfang an Bescheid gewusst habe. "Von daher war es für mich auch nicht schlimm. Im Gegenteil, wenn man vom Playboy gefragt wird, ist das doch vielmehr ein Kompliment." Und ganz so anders aussehen tue sie höchstens ein bisschen.

Im "Playboy" selbst erzählt Melanie Faißt, dass nicht alle so locker denken wie ihr Bruder. Auf ihren Freund angesprochen, sagt sie: "Ex-Freund. Seit dem Sommer war es schwierig, aber spätestens mit den Fotos ist es jetzt eh vorbei." Ansonsten geht es im Playboy-Interview auch sportlich zu. Dort sagt sie: "Ich glaube nicht, dass es im Schwarzwald ein eigenes Springer-Gen gibt. Eher einen Vorbildschub. Das Highlight des Jahres in Hinterzarten ist das Mattenspringen im Sommer. Da haben sich schon viele junge Mädchen ein Autogramm von Sven Hannawald oder Martin Schmitt geholt. Ich natürlich auch. Das spornt an."

Und was meint der gebürtige Baiersbronner Jens Zimmermann, Ex-Geschäftsführer der Stuttgarter Kickers und Marketingexperte, zu der Entscheidung von Melanie Faißt, sich für den Playboy auszuziehen? "Ich finde, Melanie kann es durchaus als Ehre empfinden, wenn sie das Interesse eines so renommierten Blattes wie des Playboy weckt. Marketingtechnisch hat so etwas weniger Auswirkungen. Es kann aber der Startschuss sein, um mehr Aufmerksamkeit auf sich zu lenken."