Baiersbronn Ortsvorsteher begeistert von Hilfsbereitschaft

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Julia Finkbeiner, Gabi Rapp, Ortsvorsteher Erwin Zepf und Martina Scherer (hinten, von links) im Kreis der Asylsuchenden. Julia Finkbeiner und Martina Scherer unterrichten Deutsch. Foto: Braun

Baiersbronn-Schönmünzach - Ohne das große und sofortige ehrenamtliche Engagement für die Flüchtlinge in Schönmünzach hätte es sicherlich viele Probleme gegeben. Davon ist Ortsvorsteher und Gemeinderat Erwin Zepf überzeugt und zeigt sich begeistert von der Hilfsbereitschaft der Menschen im Ort.

"Ich hätte nie gedacht, dass sich so viele Leute engagieren", sagt Ortsvorsteher Erwin Zepf. Zusammen mit Gabi Rapp und vielen anderen Helfern kümmert er sich um die aktuell rund 50 Asylsuchenden in Schönmünzach. "Als bekannt wurde, dass zwei große Häuser belegt werden sollen, haben wir sofort gehandelt und einen Helferkreis gegründet, in dem sich aktuell 22 Personen engagieren", so Zepf.

Inzwischen wurde auch ein Sprachunterricht organisiert, und die rund zehn Kinder zwischen sechs und elf Jahren besuchen die Schönmünz-acher Grundschule. "14 Stunden pro Woche wird die Integrationsklasse von einer extra Lehrerin unterrichtet, die restliche Schulzeit sind die Kinder in den Klassen, die ihrem Alter entsprechen", erklärt Erwin Zepf.

Auch die Erwachsenen wurden sofort über das Jobcenter zu Sprachkursen geschickt, sodass rund fünf Stunden täglich die neue Sprache erlernt werden kann. "Das hat wirklich gut funktioniert, denn der sofortige Sprachunterricht ist sehr wichtig für die Integration der Menschen", betont Gabi Rapp. Sie bedauert, dass die Flüchtlinge aus Gambia nicht am Sprachunterricht teilnehmen dürfen, da sie schlechtere Bleibeaussichten haben.

"So haben wir einfach einen eigenen Unterricht auf die Beine gestellt, in dem an drei Nachmittagen pro Woche Deutsch unterrichtet wird. Außerdem gibt es Wiederholungs- und Spielstunden. Es ist besonders toll, dass hier alle Altersklassen mithelfen. So setzen sich Jung und Alt von 18 bis 75 Jahren für das Wohl der Asylbewerber ein", freut sich Zepf. Er könne sich auch vorstellen, dass ältere Schüler den Unterricht gestalten und so auch einen Beitrag leisten.

Seit Mitte November sind die Menschen aus dem westafrikanischen Gambia in der Murgtalgemeinde untergebracht, rund einen Monat später kamen Flüchtlinge aus dem Irak und aus Syrien dazu. "Über die organisierten Hilfeleistungen gibt es aber auch ganz normalen Kontakt, etwa gemeinsame Aktivitäten. Und eine spontane Silvesterfeier gab es auch schon", erzählt Gabi Rapp, die auch die Gastfreundschaft der Menschen schätzt. "Sie möchten sich einfach selbst engagieren, und so war es selbstverständlich, dass sie bei dem starken Schneefall einfach zur Schaufel griffen und halfen, das Schneechaos zu beseitigen."

Obwohl jeder im Helferkreis soviel tut wie er kann, sind die Grenzen absehbar. "Wir brauchen in jedem Fall noch weitere Helfer, auch aus den anderen Teilorten, denn wir dürfen die Leute nicht zu stark belasten", betont der Ortsvorsteher.

Man sei froh über jeden Helfer, denn es sei wichtig, die Aufgaben auf mehrere Schultern zu verteilen. Dabei schwebt den Helfern aktuell das Modell von Patenschaften vor. Sich nur um eine Familie oder eine Person zu kümmern, würde vielleicht besser funktionieren, als gleich alle unterstützen zu wollen, erklärt Gabi Rapp.

Wichtig sei auch die Vernetzung mit den anderen Teilorten und dem Arbeitskreis Asyl. Daher besuche man auch regelmäßig das 14-tägig stattfindende Café Asyl.

Die Verständigung mit den Flüchtlingen klappe soweit ganz gut, meist in englischer Sprache, doch zunehmend gehe es auch auf Deutsch. "Durch unseren ehrenamtlichen Einsatz haben wir es geschafft, dass hier im Ort keine Probleme entstanden sind, auch weiterhin müssen wir schauen, dass es läuft", sagt Erwin Zepf.

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