Baiersbronn Neue Karten markieren Hochwasser-Gefahr

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An der Kronen-Brücke zeigen Schilder die Hochwasserstände der vergangenen Jahre an. Foto: Braun

Baiersbronn - Die neuen Hochwassergefahrenkarten für Baiersbronn liegen seit Mitte Februar aus und können im Bürgermeisteramt eingesehen werden. Aber nicht nur für Baiersbronn gibt es aktuelle Karten. Im gesamten Kreisgebiet können die möglichen Überschwemmungsgebiete eingesehen werden.

Aus Gründen der Übersichtlichkeit wurden farblich markierte Karten erstellt, aus denen genau ersichtlich ist, welche Gebiete und Ortslagen sich in einer möglichen Gefahrenzone befinden. Bauamtsleiter Thomas Kuntosch, der seit einem Jahr in der Gemeinde tätig ist, hat zwar noch kein Hochwasser in Baiersbronn miterlebt, weiß jedoch um die Gefahren, die je nach Regenmenge und Schneeschmelze auftreten können.

"Die letzten großen Hochwasser in den Jahren 1990 und 1993, aber auch 2003 haben gezeigt, wie schnell der Ortskern überschwemmt werden kann und wie wichtig entsprechende Maßnahmen sind", erklärt Kuntosch. Erst im jüngsten Diskussionsverfahren über die Unterdorfsanierung habe man gesehen, wie wichtig die Schelklewiese als Retentionsfläche für Überflutungen sei. "Daher kam man auch auf die Idee, einen See im Bereich der Schelklewiese anzulegen, der sich bei Hochwasser entsprechend füllen kann und eine komplette Überflutung verhindert." Bereits unter der Regie des früheren Bauamtsleiters Rolf Günther hat die Gemeinde mit größeren Hochwasserschutzmaßnahmen in Mitteltal begonnen. Aktuell, so Kuntosch, würden Untersuchungen zum Ortsteil Röt und für das Unterdorf laufen. "Die Schwierigkeit bei der Sache ist eine Umsetzung von allen Maßnahmen innerhalb von zweieinhalb Jahren, um die entsprechenden Zuschüsse auch zu bekommen, doch dafür müssen alle Planungen in den Teilorten auch abgeschlossen sein", so der Bauamtsleiter, der noch auf einen zeitlichen Aufschub hofft.

Zudem sei man abhängig vom Einverständnis der Grundstückeigentümer – oft nicht ganz einfach und zeitintensiv. Trotzdem habe die Gemeinde vor, noch in diesem Jahr die wasserrechtliche Genehmigung für die Maßnahmen zu beantragen. Erste Untersuchen hätten gezeigt, dass in der Regel das Bachbett nicht ausreichen würde. Daher sei es notwendig, zu optimieren oder ganz neue Schutzmaßnahmen zu bauen. "Gerade die Alte Krone ist für das Unterdorf ein wesentlicher Schutzwall gegen austretendes Wasser. Sieht man sich die Bilder von 1990 an, erkennt man sofort, dass das dort stehende Gebäude wichtig ist", betont Kuntosch.

Das Klima verändert sich, und Starkregenereignisse nehmen zu, deshalb sei der Hochwasserschutz eine wichtige und notwendige Aufgabe der Kommune. Daher sei es wichtig, weiter zu planen und den Schutz auszubauen. Sicher dürfe man die Gefahren von Hochwasser nicht dramatisieren, doch man dürfe sich auch nicht darauf verlassen, dass es 100 Jahre dauert, bis erneut ein großes Überschwemmungsereignis auftritt. Die neu ausgelegten Hochwassergefahrenkarten markieren aber nicht nur die gefährdeten Bereiche, sondern sie haben auch Auswirkungen auf die Bebaubarkeit von Grundstücken. Liegen die Flächen in diesem Bereich, ist eine Bebauung nahezu ausgeschlossen. Im Internet sind die Karten unter www.hochwasserbw.de abrufbar.

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