Von Walter Maier

Baiersbronn-Klosterreichenbach. Sänger Rudy Giovannini brachte Weihnachtsstimmung in die Herzen. Der Startenor zauberte Christfest-Heimeligkeit in die Münsterkirche in Klosterreichenbach.Mal ausdrucksstark, mal gefühlvoll transportierte er Emotionen und schaffte es bei seinem Konzert, die über 350 Besucher zu begeistern. Selbst eine Frohnatur, beschenkte Rudy Giovannini die Zuhörer mit einem fröhlichen Liederreigen. Timbre legte er in das brasilianische "Ave Maria no morro". Rhythmisch interpretierte er das amerikanische Weihnachtslied "Der kleine Trommler".

Mit "Märchen aus der Kinderzeit" erfüllte er einen Herzenswunsch seiner schwäbischen Fanclubleiterin Gudrun Lutz. Großer Beifall brandete auf. Brillant zum Besten gab er das Lied "Der Engel von Marienberg", das aus seiner Feder stammt und mit dem Vincent & Fernando den Grand-Prix-Sieg holten. Zu Tränen rührte Rudy Giovannini seine Zuhörer mit dem expressiven "Wolgalied" aus der Operette Zarewitsch, das er seinem väterlichen Freund Luciano Pavarotti widmete.

Rudy Giovannini bezeichnete sich als "sehr glücklichen Menschen". Sein Kindheitstraum, einmal als Sänger auf der Bühne zu stehen, sei in Erfüllung gegangen. Einen persönlichen Touch gab er "White Christmas", indem er die erste Strophe in seiner italienischen Muttersprache und die zweite auf Deutsch sang. Sein großes Stimmvolumen entfaltete der ausgebildete Opernsänger beim "Ave Maria" von Franz Schubert. Giovannini erzählte, dass er in seiner Heimatstadt Leifers bei Bozen als Ministrant in der katholischen Kirche gedient und im Kirchenchor gesungen habe. Er stamme aus armen Verhältnissen, habe als Kind von April bis Oktober barfuß gehen müssen und sich zum Christfest nichts sehnlicher gewünscht als ein Paar Schuhe. So betete er förmlich in dem Lied "Du lieber Weihnachtsmann", das durch Mireille Mathieu bekannt geworden ist. Beseelt interpretierte er das Abschiedslied "Ich wär’ gern noch lang bei dir".

"Seit 25 Tagen bin ich von zu Hause weg und 10 000 Kilometer gefahren", berichtete der sympathische Gesangskünstler. Er brauche an Heiligabend kein anderes Geschenk, als mit seiner Familie zusammen zu sein. "Weder Geld noch Ruhm stillen mein Heimweh zur Weihnacht", schrieb der 38-Jährige selbst in dem Text zu seinem Lied "Weihnachten zieht‘s mich in die Heimat". Mit "Weihnachten bin ich zu Haus" forderte er Achtung und Rücksichtnahme für ältere Menschen. In seiner Heimat besucht er regelmäßig Altenheime. Gefühlseindrücke vermittelte er mit seiner Hommage an den Wallfahrtsort "Maria Weißenstein".

Fanclubleiterin Gudrun Lutz aus Salzstetten freute sich: "Es war ein wundervolles Weihnachtskonzert, das alle Erwartungen übertroffen hat." Damit habe der Südtiroler allen das "schönste Weihnachtsgeschenk" gemacht.

In der stimmungsvollen Atmosphäre der Münsterkirche stimmten die Zuhörer in das Lied "Stille Nacht" ein. Auch Salzstettens Ortsvorsteher Wolfgang Fahrner zeigte sich beeindruckt. Rudy Giovanninis Dank galt Gudrun Lutz, die seit zwölf Jahren Giovannini-Konzerte organisiert und wieder durch Ilse und Horst Schneider unterstützt wurde.