Baiersbronn/Ruhestein - Was machen die Tiere eigentlich bei Schnee und Kälte? Das Naturschutzzentrum Ruhestein bietet an Wochenenden sowie in den Weihnachtsferien bei gutem Wetter geführte Wanderungen zum Thema "Überleben der Wildtiere im Winter" an.

In einem schönen Winterkleid zeigen sich die Schwarzwaldberge in diesen Tagen: lockerer Pulverschnee lockt viele Ausflügler, Wintersportbegeisterte und Naturliebhaber in die weiß getauchte Winterlandschaft.

Die auch im Winter hier oben lebenden Tiere wie Rothirsch, Reh, Auerhuhn, Hase oder Marder zehren jetzt im Winter von ihren Fettreserven, um den widrigen und lebensfeindlichen Bedingungen der kalten Jahreszeit zu trotzen. Nicht wenige von ihnen haben es bei entsprechender Wetterlage besonders schwer und kämpfen dabei ums Überleben. Besonders wichtig sind deshalb störungsfreie Ruhezonen, in die sie sich zurückziehen können, um Energien zu sparen.

Welche Tiere in dieser Zeit in den hiesigen Wäldern leben und welche Strategien sie anwenden, um unbeschadet über die Winterzeit zu kommen, zeigt das Naturschutzzentrum auf geführten Wanderungen an den Winterwochenenden.

Bei ausreichend Schnee finden die Wanderungen auch auf Schneeschuhen statt. Am Sonntag, 9. Dezember, startet die erste, etwa zweieinhalbstündige Führung mit Naturschutzentrum-Ranger Ernst Kafka (Achern). Eine Anmeldung ist wegen begrenzter Teilnehmerzahl unter Telefon 07449/910 20 erforderlich. Treffpunkt ist um 10 Uhr am Naturschutzzentrum Ruhestein. Wer Schneeschuhe benötigt, kann diese gegen Gebühr ausleihen. Teilnehmen können Jugendliche und Erwachsene.

Menschen haben besondere Verantwortung

Gegenüber den winteraktiven Wildtieren haben Menschen gerade jetzt eine besondere Verantwortung. Vor allem Schneeschuhwanderer und Langläufer richten, meist ohne es zu wissen, erheblichen Schaden an, wenn sie abseits der Wege "Querfeldein" laufen und in die Wildruhezonen eindringen. So werden unnötig Kraftreserven durch Stress oder Flucht verbraucht, die an anderer Stelle zum Überleben dringend benötigt werden.

Besonders gefährlich sind die im Schnee meist noch lange sichtbaren Spuren, die wiederum andere zum Nachgehen verleiten . So wird die Störung immer stärker. Das Naturschutzzentrum appeliert an alle Wintersportler, Wanderer und Schneeschuhgeher, folgende Verhaltensregeln einzuhalten: Bitte unbedingt auf den markierten Wegen, Loipen und Schneeschuhtrails bleiben, auch wenn schon Spuren vom Weg abführen sollten. Keinen Tieren oder Tierspuren folgen. Hunde an der Leine führen. Sich in freier Natur möglichst ruhig verhalten. Mit Einbruch der Dunkelheit den Wald verlassen. Unter Beherzigung dieser Regeln bleibt für den Menschen immer noch genug Raum, um die Winterfreuden zu genießen – und für die Tiere besteht dann die Chance, den Winter unbeschadet zu überstehen.