Baiersbronn Damen gibt’s fast nur auf dem Brett

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Das jüngste Mädchen, die elfjährige Romy Dryden, spielt auch gerne mal gegen den ältesten Schachexperten, den 87-jährigen Oskar Gaiser. Foto: Braun Foto: Schwarzwälder-Bote

Von Monika Braun

Immer am Montagabend wird der Rathaussaal in Klosterreichenbach zum Treffpunkt für Jung und Alt, die alle ein gemeinsames Hobby haben – das Schachspielen.

Baiersbronn-Klosterreichenbach. Den Schachclub Klosterreichenbach gibt es bereits seit 58 Jahren. Er ist, wenn auch meist im Stillen, ein Verein mit Tradition. Klaus Dilper, der seit rund zwei Jahren zusammen mit dem zweiten Vorsitzenden Markus Reuff die Geschicke des Vereins lenkt, freut sich auch dieses Mal über den guten Besuch des wöchentlichen Übungsabends.

Die jüngste Schachbegeisterte ist die erst elfjährige Romy Dryden aus Klosterreichenbach. Sie sitzt dem ältesten Spieler des Abends, dem 87-jährigen Oskar Gaiser aus Baiersbronn, ganz ungezwungen gegenüber und eröffnet mit einem routinierten Zug die Partie. "Egal, wo ich herkomme, welche Sprache ich spreche und wie alt ich bin, Schach kann immer und überall auf der Welt nach denselben Regeln gespielt werden", erklärt Klaus Dilper. Gleichzeitig betont er, dass man sich im Verein immer über Gäste freut, die das Schachspielen erlernen möchten oder aber auch über die in der Gemeinde lebenden Asylsuchenden, die Freude an dem Spiel haben.

"Schach ist zwar im Deutschen Sportbund vertreten, doch man ist nicht im eigentlichen Sinne sportlich aktiv, sondern die Anstrengung liegt in der geistigen Konzentration", erklärt Dilper. Manchmal sitze man über fünf Stunden und müsse sich unwahrscheinlich konzentrieren, wenn man gewinnen wolle. Ein Stressfaktor, der mit so mancher sportlichen Aktivität gleichzusetzen sei.

Aktuell sind im Schachclub Klosterreichenbach knapp 30 Mitglieder aktiv, davon sind jedoch nur zwei weiblich. Das, so Dilper, sei schade, denn die "Dame" sei ja eigentlich beim Schachspiel neben dem König die wichtigste, weil stärkste Figur. An Nachwuchs fehlt es dem Verein momentan nicht, denn mit neun Jugendlichen ist er gut aufgestellt. "Aber Jugendliche kann man nie genug haben", sagt Dilper, der auch die Jugendarbeit leitet.

Das alte Strategiespiel, das früher viel mehr Beachtung fand, ist in Zeiten von Smartphones und Multimedia-Spielen heute eher eine Randerscheinung. "Früher hatten wir im Kreis noch zehn Schachclubs, heute gibt es neben unserem nur noch einen in Horb und einen in Pfalzgrafenweiler, der unter dem Namen Dornstetten-Pfalzgrafenweiler firmiert", bedauert Dilper. Dabei ist der Lerneffekt beim Schach groß. Neben der Konzentration fördert das Spiel das logische Denken, die Selbstkritik und die Frustrationstoleranz. "Man muss beim Schach verlieren können, sonst braucht man gar nicht erst anzufangen." Dilper betont, dass Schach auch ein erschwingliches Hobby sei, ein Schachbrett könne sich jeder leisten, und der Vereinsbeitrag sei sehr niedrig.

Neben der jährlichen Vereinsmeisterschaft werden auch ein Blitzturnier und ein Schnellschachturnier veranstaltet. Als Mitglied des Württembergischen Schachverbands spielt die aktuelle Mannschaft in der A-Klasse im Bereich Alb-Schwarzwald. Als derzeit zweitplatzierte Mannschaft stehen die Chancen für einen Aufstieg nicht schlecht. Auch die Geselligkeit steht bei den oft weiter entfernten Auswärtsspielen hoch im Kurs.

"Nach den Spielen wird eingekehrt und über den einen oder anderen Zug noch gefachsimpelt", so Klaus Dilper. Ziel des Spiels ist immer das Schachmatt. Dies wird im Theorieunterricht fleißig geübt, und viele Varianten werden einstudiert.

Wer das gerne selbst einmal ausprobieren möchte, ist eingeladen, an den Übungsabenden teilzunehmen, betont der Vorsitzende.

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