Baiersbronn Bilder erzählen von feurigem Stier
Schwarzwälder-Bote, 09.07.2012 20:01 Uhr
Margit und Günter Strenzke vor ihrem Kamishibai im Hauff-Museum Baiersbronn Foto: BraunFoto: Schwarzwälder-Bote
Von Monika Braun Baiersbronn. Immer stärker im Kommen ist das sogenannte Kamishibai, ein aus Japan stammendes Papiertheater, das auch zum ersten Mal Station im Wilhelm-Hauff-Museum in Baiersbronn machte. Die beiden pensionierten Lehrer, Margit und Günter Strenzke aus dem Umkreis von Hamburg, hatten ein kleines, aber interessiertes Publikum um sich versammelt und unterhielten ebenso musikalisch wie informativ.
Auf ihren Querflöten boten sie viele Stücke, von melancholischen Balladen über einen feurigen südamerikanischen Tango bis zu flotten Straßenmusik-Rhythmen bereicherten sie ihre Erzählungen. Margit Strenzke erzählte Märchen aus aller Welt. Sie verstand es, mit Mimik und Stimme ihre Zuhörer zu fesseln. Ihre einfache, ruhige und eindeutige Erzählweise sprach Kinder und Erwachsene gleichermaßen an. Die Märchen von den verzauberten Äpfeln aus dem fernen Indien und von den unbarmherzigen Söhnen hatten Aussagekraft, die Margit Strenzke in ihrer norddeutschen Sprache sympathisch unterstrich. Witzige Pointen und Musikstücke rundeten das Programm ab.
Höhepunkt war die Öffnung des Kamishibai, ein schwarzer aufklappbarer Holzrahmen, der auf einem goldenen Tuch stand und eine individuell gestaltete Bildergeschichte enthielt.
Der Ursprung dieser alten Theaterkunst liegt im 12. Jahrhundert. Gerade heute erlebe das Bildertheater neuen Aufschwung und sei in Kindergärten und Grundschulen recht beliebt. Nach einem japanischen Gruß begann Margit Strenzke, anhand der von ihr gemalten Bilder die Geschichte vom feurigen Stier Ferdinand zu erzählen, und zeigte nach und nach viele schöne Zeichnungen, die mit passenden Worten umrahmt wurden.
Jeder Besucher bekam zum Abschied einen aus Papier gefalteten Glücksbringer mit auf den Heimweg.


