
Karlsruhe/Friedrichshafen - Heftiger Schneefall hat am Mittwoch vor allem im Süden des Landes und auf den Höhen die Straßen gefährlich glatt werden lassen. Es gab zahlreiche Unfälle mit einigen Schwerverletzten. Bei knapp 20 Zentimeter Neuschnee innerhalb weniger Stunden kamen im Hochschwarzwald, aber auch bei Ulm und Heidenheim viele Autos ins Rutschen, Lastwagen stellten sich quer.
Einige Straßen mussten gesperrt werden. Rund um den Feldberg waren den ganzen Tag über Räumfahrzeuge unterwegs, an Bushaltestellen mussten viele lange in der Kälte ausharren. Der Deutsche Wetterdienst gab für höhere Lagen eine Unwetterwarnung wegen Schneeverwehungen heraus.
In der Ebene war Tauwetter angesagt
In der Ebene war dagegen vielerorts Tauwetter angesagt. In Heilbronn und Karlsruhe wurden die zugefrorenen Seen für Schlittschuhläufer wieder gesperrt oder waren kurz davor, weil die milden Temperaturen die Eisflächen schmelzen ließ. Dennoch ruhte die Schifffahrt auf dem Neckar weiterhin. Vor allem an Schleusen bereiten laut Wasser- und Schifffahrtsamt Eisschollen Probleme, weil sie sich übereinandergeschoben haben.
In Friedrichhafen wurden drei Menschen schwer verletzt, weil eine 20-jährige Autofahrerin auf schneebedeckter Fahrbahn die Kontrolle über ihr Fahrzeug verloren hatte. Es geriet auf die Gegenspur, wo es mit dem Auto eines 73-Jährigen Mannes zusammenstieß. Die beiden Autofahrer sowie die Beifahrerin des Mannes kamen ins Krankenhaus. In Ulm und im Alb-Donau-Kreis verzeichnete die Polizei am frühen Mittwochmorgen innerhalb von drei Stunden fast 20 Verkehrsunfälle. „Der Sachschaden geht in die Zehntausende“, so die Beamten.
Verletzte und Blechschäden bei zahlreichen Verkehrsunfällen
Zwischen Langenau und Albeck wurde ein 52-Jähriger schwer verletzt, der von einem Klein-Lastwagen gerammt wurde. Auch im Kreis Rottweil krachte es allein zwischen 6 Uhr bis 9 Uhr 16 mal. Zwei Menschen wurden leicht verletzt. Die Strecke zwischen Neufra und Wellendingen musste über eine Stunde gesperrt werden, nachdem dort zwei Lastwagen zusammengestoßen waren und die Straße komplett blockiert hatten.
Auch die Bundesstraße zwischen Schramberg und Sulgen war zeitweise wegen liegengebliebener Fahrzeuge nur bedingt befahrbar. Andernorts, wie im Rhein-Neckar-Kreis oder in Südbaden, gab es zwar gefährliche Rutschpartien. Es blieb aber weitgehend bei Blechschäden. „Die meisten Autofahrer haben sich auf den Winter eingestellt“, meinte ein Freiburger Polizeisprecher. Beim Versuch, mit einem Heizstrahler im Keller eine zugefrorene Wasserleitung wieder aufzutauen, hat ein Mann in Aalen einen Kellerbrand verursacht. Er wurde leicht verletzt.
Auf dem mit 1493 Meter höchsten Berg Baden-Württembergs, dem Feldberg, blies es am Mittwoch heftig. Dort freute man sich aber genau wie in Freudenstadt über die weiße Pracht kurz vor den Faschingsferien: „Eine schöne Neuschneeauflage für die Skifahrer.“ Am Donnerstag soll es laut Wetterdienst allmählich aufhören zu schneien.
Für Freitag wurde in den Bergen Schnee, und in der Ebene Regen erwartet - „mitteleuropäisches winterliches Schmuddelwetter“, nannte dies eine Meteorologin in Stuttgart. Bei Tiefstwerten zwischen 0 und minus 5 Grad am Tag muss weiter mit Straßenglätte durch überfrierende Nässe, Schnee oder Schneematsch gerechnet werden.
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