Von Götz Bechtle

Bad Wildbad. Zu einem Erfolg im doppelten Sinne ist das "Festliche Konzert – Bläser und Orgel" des Musikvereins Wildbad in der evangelischen Stadtkirche Wildbad geworden.

Ungewöhnlich viele Besucher lauschten einem außergewöhnlichen Programm, das von musikalisch höchster Qualität war. Das galt für die Stadtkapelle unter der Leitung von Stadtmusikdirektor Martin Koch, den verschiedenen Solisten aus der Stadtkapelle sowie den perfekten Orgelklängen durch Pfarrer i. R. Gerhard Koch aus Karlsruhe.

Die Auswahl der Werke stellte hohe Ansprüche an die Mitwirkenden. Dem Dirigenten Martin Koch gelang es, zeitgenössische Originalkompositionen der Blasmusik von bekannten Komponisten mit klassischen kirchlichen Weisen an der Orgel zu einem gelungenen Programm zu verbinden.

Mit dem 1995 entstandenen festlich-konzertanten Marsch "Arsenal" des niederländischen Komponisten Jan Van der Roost (geboren 1956) eröffnete die Stadtkapelle das Konzertprogramm, dem nach der Begrüßung durch den Musikvereinsvorsitzenden Jürgen Lutz die monumentale Komposition "Noahs Arche" des Belgiers Bert Appermont (geboren 1973) folgte. Dabei wurde die im ersten Mosesbuch stehende Geschichte von der Sintflut mit den Sätzen "Gottes Auftrag an Noah", "Die Parade der Tiere", "Der Sturm" und "Das Lied der Hoffnung" in Blasmusik umgesetzt.

Einen Schritt zurück in die musikalische Zeit des Barock war der Vortrag des von Martin Koch arrangierten "Canon" von Johann Pachelbel, ein Werk, das sehr bekannt ist und von der Stadtkapelle mit viel Einfühlungsvermögen gespielt wurde.

Sturm und Brandung, Vogelgezwitscher und heitere Tänze waren in "Celtic Flutes" zu hören, einer Komposition des im Allgäu lebenden und schaffenden Komponisten Kurt Gäble (geboren 1953). In dieser Komposition verarbeitete Gäble stilgetreue jedoch neu komponierte Melodien zu einer Dramaturgie des menschlichen Lebens: Liebe und Leid, Freude und Hoffnung sind die thematischen Inhalte dieses Werks. Die Flöten wurden gespielt von Carmina Hohloch und Ann-Kathrin Speidel, jungen guten Flötistinnen aus den Reihen der Stadtkapelle.

Eine weitere Komposition umfasste die Werke neuzeitlicher Komponisten, nämlich das "Concerto d’amore" des populärsten und weltweit meistgespielten Blasmusikkomponisten der Gegenwart, des Niederländers Jacob de Haan. Im "Concerto d’amore" sind sowohl barocke musikalische Elemente enthalten als auch Passagen mit Pop, Jazz und Swing. Die Mitwirkenden der Stadtkapelle unter Martin Kochs Dirigat spielten diese Komposition mit viel Einfühlungsvermögen.

Eine musikalische Abrundung bot Chuck Mangiones (geboren 1940) im Jahr 1978 als Soundtrack zum Film "Children of Sanchez" entstandene gleichnamige Komposition, bei deren Vortrag Marco Oberle (Flügelhorn) und Freya Zöhrens (Saxofon) solistisch überzeugten.

Zu so viel Blasmusik gehörte ein Ausgleich. Den bot Gerhard Koch an der Orgel, begleitet von seinem elfjährigen Enkel Daniel als Registrant. Koch interpretierte die Paraphrase über "Tochter Zion" (Alexandre Guilmant), zärtlich und zurückhaltend vier englische Choralbearbeitungen über das Lied "Stille Nacht, heilige Nacht", sowie die heitere und fast beschwingte "Toccata G-Dur" des französischen Komponisten und Organisten Théodore Dubois.

Im Wechsel von Blasmusik und Orgelklängen erweiterten fünf Choralbearbeitungen von Kirchenliedern das eher konzertante Programm, ein reizvoller Gegensatz der Instrumente. Den Abschluss, nach Gebet und Segen von Pfarrer Gottfried Löffler, bildete der Choral "Herbei, o ihr Gläubigen", ein Choral, der im Wechsel von Stadtkapelle und Orgel gespielt und schließlich gemeinsam mit allen Besuchern des Festkonzerts gesungen wurde.