Bad Teinach-Zavelstein Gotsacker zeugt von Religiosität
Schwarzwälder-Bote, 20.06.2012 04:30 Uhr
Die Umgestaltung des historischen Friedhofs in Zavelstein zu einer Art Themenpark gewährt tiefe Einblicke in das Bestattungswesen und die Religiosität früherer Generationen. Foto: StockerFoto: Schwarzwälder-Bote
Bad Teinach-Zavelstein (sst). Ein Kleinod ist mit dem Gotsacker in Zavelstein entstanden. Drei Jahre nach der ersten Vorstellung eines Konzepts zum Erhalt der historischen Stätte wurde das Projekt nun eingeweiht.
"Eine gehörige Portion Fingerspitzengefühl und besonders geschickte Hände verliehen dieser idyllischen und charmanten Anlage ein Alleinstellungsmerkmal", sagte Bürgermeister Markus Wendel. Er verwies auf das große Engagement der Ortsgruppe Zavelstein des Schwarzwaldvereins. Die Stadt hat sich mit 33 000 Euro an den landschaftsgärtnerischen Arbeiten beteiligt. Der Verein kümmerte sich um die Gestaltung. Und die wurde mit zahlreichen Exponaten aus der Vergangenheit zu einer Einmaligkeit, wie Klaus Pichler unterstrich. Etliche Bürger stellten religiöse Begleiter zur Verfügung. "Die Ausstellung in der Aussegnungshalle zollt früheren Generationen Respekt für ihre Art des Umgangs mit Trauer und Gebet", verwies der Initiator des Gotsackers auf die einstige Volksfrömmigkeit und den sich wandelnden Zeitgeist.
Die Anregung, das Projekt zu realisieren, bekam Klaus Pichler von Eugen Krieg. Kruzifixe, gestickte und gemalte Haussegen, bildnerische Christusdarstellungen und Gebetsbücher aus früheren Jahrhunderten gewähren nun tiefe Einblicke in die Religiosität. "Neben der musealen Darstellung soll der TrostWortBaum den spirituellen Bereich für ein Denken zu letzten Dingen lenken", führte Pichler aus. Darüber hinaus setzen mehr als 20 Grabsteine entlang der denkmalgeschützten Mauer weitere Akzente.
"Eine tolle ehrenamtliche Arbeit, die eine enorme Bereicherung für unserer Stadt ist“, hob Wendel hervor. Gleichzeitig würdigte der Bürgermeister das Wirken Pichlers bei der Verwirklichung des Gotsackers mit der Verleihung der Landesehrennadel (wir berichteten).


