Bad Rippoldsau-Schapbach - Obwohl keine Flächen des geplanten Nationalparks auf dem Gebiet der Gemeinde Bad Rippoldsau-Schapbach liegen, war das geplante Projekt ein großes Thema bei der Bürger-Information.Wolfgang Schlund vom Naturschutzzentrum Ruhestein erläuterte zunächst das Vorhaben der Landesregierung. Auf 10 000 Hektar Staatswald soll der Nationalpark entstehen, in dem die Natur sich selbst überlassen wird.

Die Einrichtung eines Nationalparks könnte neue Impulse für den Tourismus im Nordschwarzwald mit sich bringen und auch für die gesamte regionale Wirtschaft Bedeutung haben.  Auch  blieben die vorhandenen Wanderwege, Loipen, Skilifte und Radwege bestehen, so Schlund weiter. Sägewerksbesitzer Stefan Schmid aus Bad Rippoldsau-Schapbach und sein Kollege Johannes Bohnert aus Seebach sprachen sich gegen den Nationalpark Nordschwarzwald aus,  weil nach ihrer Aussage die Sägewerke und Holzindustrie eine Gefahr für ihre wirtschaftliche Grundlage sehen. Auch die Tourismuseffekte würden überschätzt, so die Meinung der Sägewerker. Der Rückgang des jährlichen Holzeinschlags um 50 000 bis 60 000 Festmeter hochwertiger Sortimente stelle einen großen Verlust für die Sägeindustrie dar. Denn nicht nur die Sägeindustrie brauche dieses Holz, sondern es werde auch der Gesellschaft entzogen.

Es sei ferner zu befürchten, dass die stillgelegten Waldflächen negative Auswirkungen in Bezug auf das Klima und das Grundwasser bringen, argumentierte ein weiterer Nationalpark-Gegner. Zudem wurden auch in der Bürgerinformation im Wolftal Ängste vor dem Borkenkäfer geäußert, der das Waldbild nachteilig verändern könne. Die Sägeindustrie geht davon aus, dass durch einen Nationalpark ein hoher wirtschaftlicher Schaden entsteht und viele Arbeitsplätze bedroht sind. Nicht auszuschließen sei, dass es durch den Nationalpark in der Region zu Unfrieden kommen könnte, hieß es in der Veranstaltung.

Der in Aussicht gestellte Waldumbau von 30 Jahren werde nicht ausreichend sein, da die Fichte weit schneller wachse als die Tanne, hieß es weiter, und es gab die Anregung, das Hornisgrindegebiet in den Nationalpark einzubeziehen, und  dafür andere wertvolle Flächen herauszunehmen.

Gefragt wurde in der Versammlung auch, warum Forstwirtschaft und Naturschutz nicht besser zusammenarbeiten. Von vielen Bürgern kam zum Ausdruck, dass ein Nationalpark mehr Nachteile als Vorteile bringt.

Bürgermeister Bernhard Waidele zeigte sich nicht als Nationalparkgegner, sondern sah in Bezug auf den Tourismus, das "Tal der Tiere" und die Aufwertung des Westwegs gewisse Vorteile für die Gemeinde Bad Rippoldsau-Schapbach.