Bad Rippoldsau-Schapbach Wirtschaftliche Grundlage in Gefahr

Franz Schmid, 27.12.2012 09:05 Uhr

Bad Rippoldsau-Schapbach - Obwohl keine Flächen des geplanten Nationalparks auf dem Gebiet der Gemeinde Bad Rippoldsau-Schapbach liegen, war das geplante Projekt ein großes Thema bei der Bürger-Information.Wolfgang Schlund vom Naturschutzzentrum Ruhestein erläuterte zunächst das Vorhaben der Landesregierung. Auf 10 000 Hektar Staatswald soll der Nationalpark entstehen, in dem die Natur sich selbst überlassen wird.

Die Einrichtung eines Nationalparks könnte neue Impulse für den Tourismus im Nordschwarzwald mit sich bringen und auch für die gesamte regionale Wirtschaft Bedeutung haben.  Auch  blieben die vorhandenen Wanderwege, Loipen, Skilifte und Radwege bestehen, so Schlund weiter. Sägewerksbesitzer Stefan Schmid aus Bad Rippoldsau-Schapbach und sein Kollege Johannes Bohnert aus Seebach sprachen sich gegen den Nationalpark Nordschwarzwald aus,  weil nach ihrer Aussage die Sägewerke und Holzindustrie eine Gefahr für ihre wirtschaftliche Grundlage sehen. Auch die Tourismuseffekte würden überschätzt, so die Meinung der Sägewerker. Der Rückgang des jährlichen Holzeinschlags um 50 000 bis 60 000 Festmeter hochwertiger Sortimente stelle einen großen Verlust für die Sägeindustrie dar. Denn nicht nur die Sägeindustrie brauche dieses Holz, sondern es werde auch der Gesellschaft entzogen.

Es sei ferner zu befürchten, dass die stillgelegten Waldflächen negative Auswirkungen in Bezug auf das Klima und das Grundwasser bringen, argumentierte ein weiterer Nationalpark-Gegner. Zudem wurden auch in der Bürgerinformation im Wolftal Ängste vor dem Borkenkäfer geäußert, der das Waldbild nachteilig verändern könne. Die Sägeindustrie geht davon aus, dass durch einen Nationalpark ein hoher wirtschaftlicher Schaden entsteht und viele Arbeitsplätze bedroht sind. Nicht auszuschließen sei, dass es durch den Nationalpark in der Region zu Unfrieden kommen könnte, hieß es in der Veranstaltung.

Der in Aussicht gestellte Waldumbau von 30 Jahren werde nicht ausreichend sein, da die Fichte weit schneller wachse als die Tanne, hieß es weiter, und es gab die Anregung, das Hornisgrindegebiet in den Nationalpark einzubeziehen, und  dafür andere wertvolle Flächen herauszunehmen.

Gefragt wurde in der Versammlung auch, warum Forstwirtschaft und Naturschutz nicht besser zusammenarbeiten. Von vielen Bürgern kam zum Ausdruck, dass ein Nationalpark mehr Nachteile als Vorteile bringt.

Bürgermeister Bernhard Waidele zeigte sich nicht als Nationalparkgegner, sondern sah in Bezug auf den Tourismus, das "Tal der Tiere" und die Aufwertung des Westwegs gewisse Vorteile für die Gemeinde Bad Rippoldsau-Schapbach.

 
 
Kommentare (5)
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JAN
07
Arthur, 22:27 Uhr

@Hr.B.

IN manchen Artikeln vor einiger Zeit wurde geschrieben, dass sich die Hotels langsam der Pleite naehern-grob gesagt- und:unter der Hand gesagt-einen NP wollen, um dabei zu kassieren ,nicht nur ueberleben,ob die Gelder vom Staat kommen oder sonst woher .Ihre 'Natur' behalten Sie sich bei Ihnen !

JAN
07
Martin Burster, 11:22 Uhr

Willkommen NP - Bye Bye Motorsägen-Fans

Anstatt der Natur ihr Recht und damit auch den notwendigen Freiraum einzuräumen, machen Herr Schmid und Herr Bohnert eine interessengeleitete Lobbypolitik aus dem Bilderbuch. Es geht ihnen darum, ihren eigenen Profit zu schützen. Dass darunter der dringend notwenig Schutz der heimischen Wälder leidet, ist diesen Herren egal. Die Aussage von der „Gefahr für die wirtschaftliche Grundlage“ ist unbelegt und vollkommen überzogen. 50000 bis 60000 Festmeter sind nicht viel im Verhältnis zum Holzbedarf eines Sägewerks, es reicht aus, um den Bedarf von wenigen Wochen zu decken. Und wenn diese Menge wegfiele, wäre gleich die wirtschaftliche Existenz gefährdet? Da wird wohl eher die Begrifflichkeit durcheinander gebracht und „Profit“ mit „Existenz“ verwechselt. Der „Gesellschaft“, wen die Sägewerke auch immer darunter verstehen, wird tatsächlich etwas entzogen. Allerdings nicht eine zu vernachlässigende Menge Holz, sondern die Möglichkeit auf einen intakten Wald und den Schutz der Lebensgrundlagen, wenn wie von den Herren gefordert der Wald nur als Holzlieferant dienen soll. Stillgelegte Waldflächen, die sich wieder zu Urwäldern entwickeln, haben mit Sicherheit keine negativen Auswirkungen auf das Klima, ganz im Gegenteil, diese können im Gegensatz zu intensiv Fichtenplantagen wieder als Kohlendioxid-Senke fungieren. Auch die Befürchtung mit dem Grundwasser ist nicht belegt. Auch der Sägeindustrie sollte bekannt sein, dass die jetzigen naturfernen Fichten-Monokulturen viel mehr durch den Borkenkäfer gefährdet sind als naturnahe Buchenwälder. Fehlt nur noch das Schreckgespenst Arbeitsplatzverlust im Sammelsurium an unbegründeten Vorurteilen, aber auch das vergessen die beiden Lobbyisten nicht. Deshalb ist es auch offensichtlich, weshalb mit solchen „Holznutzern“ keine Zusammenarbeit möglich ist: Für ist der Wald nichts anderes als ein stehendes Holzlager, aus dem sie ihre Sägewerke bedienen. Aber als Lagerplatz für Fichtenholz ist der Nordschwarzwald zu schade und deshalb wird man hoffentlich bald sagen können: Willkommen Nationalpark.

JAN
01
Arnold, 00:02 Uhr

Schluss

Dégouté, sehr entaeuscht,mit dem Jahr gehe ich auch aus der Debatte-was man ja wollte !,Systeme und Machenschaften haben sich nicht viel geaendert -wenn dann, des Schlimmeren seit es Geld gibt .Nachlesen -vergleichen -abwaegen, Eure Aufgabe fuer's neue Jahr -seid Fair zwischen Euren eigenen und zwischen denen Euch eingetrichterten Meinungen und entscheidet erst dann. ('geschlafene Naechte darueber gehen lassen',ob es N P oder Anderes sein mag ).Allen ,gutes Neues .

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