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Bad Rippoldsau-Schapbach Vier-Sterne-Quartier für armes Schwein

Wilfried Weis, vom 06.02.2012 09:45 Uhr
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Zurück aus der Pause: die Kern-Geschwister (von links) Corinna, Jasmin, Steffi und Daniela vom Kupferberg. Foto: Weis
Zurück aus der Pause: die Kern-Geschwister (von links) Corinna, Jasmin, Steffi und Daniela vom Kupferberg. Foto: Weis

Bad Rippoldsau-Schapbach - Drei Stunden lang wurden am Samstagabend beim großen Schnurrabend der Schapbacher Hamperle Land und Leute auf die Schippe genommen.Geistreich bis spöttisch, mit viel Witz und Humor bekamen Bürger, Gemeinderäte und auch Bürgermeister Bernhard Waidele ihr Fett ab. In prächtiger Verfassung zeigte sich auch die "Hamperle-Harmonie" unter Leitung von Bandleader Georg Schnurr. Mit fetzigen Rhythmen sorgte sie für gute Laune.

Die Schnurranten präsentierten ihre Geschichten in den Lokalen Schmiedsberg, Adler und Sonne. Leider war mit Georg Lehmann, der stets durch fantasievolle Ideen die Schnurrabende bereichert, ein Schnurrant kurzfristig ausgefallen. Elferrat Martin Hoferer stimmte zu Beginn auf das Spektakel ein. Den Kaffeetanten dankte er für das Fertigen der Fasnetsabzeichen.

Die beiden Nachwuchsschnurranten Caroline und Patricia, die zusammen mit der "Hamperle-Harmonie" auftraten, hatten ihre Nervosität schnell abgelegt und gefielen mit vielen Wortspielereien. Sie berichteten von der Irrfahrt einer Kupferbergerin, die nur mit Hilfe von Wanderern und einem Schlepper "gerettet" werden konnte.

Nach einer künstlerischen Pause im Vorjahr zog die Gruppe "Kern-spinnt" mit den vier Kern-Schwestern vom Kupferberg wieder kräftig vom Leder. Die Frauen kritisierten die wenigen Wagen beim Schapbacher Umzug und regten an, dass die Schapbacher einmal nach Oberwolfach gehen sollten, um den Umzug am Fasnetssonntag anzuschauen. Auch nahmen sie eine Schapbacher Bäuerin, die stets mit unglaublichen "Neuigkeiten" aufwarte, aufs Korn. Eine heitere Geschichte der "Schwimmbad-Stammtischbrüder" hatten sie sich ebenso notiert. Als einer der Stammtischbrüder seinen 50. Geburtstag feierte, hatten die anderen kein Geschenk parat. Kurzerhand wurde eine Sau erstanden, die einen Sonnenbrand hatte. Im Geißloch wurde für das geschädigte Tier ein "Vier-Sterne-Sauquartier" eingerichtet, damit das Schwein zusammen mit vielen Ziegen weiden konnte.

Genau Bescheid wussten die Kern-Schwestern, die bei ihrer Schnurre zudem mit Schlager-Imitationen begeisterten, auch über eine Irrfahrt dreier Holdersbächler nach dem Narrenjubiläum in Schapbach. Trotz "Navi" fanden diese den Heimweg erst bei Tagesanbruch.

Alle Register zog auch diesmal die Gruppe "Staub trocken" mit Uwe Weis als Bürgermeister Bernhard Waidele, Ralf Schmieder als Ramon Kara, Reinhold Lauble als Gemeinderat "Mali" und Jens-Mathias Bächle als Gemeinderat Andy Hoferer. Ihre Themen reichten von einer Gemeinderatssitzung über die Eröffnung des Bärenparks bis zur Insolvenz der Schwarzwaldklinik. 

Das Fischsterben in der Wolf auf Oberwolfacher Gemarkung habe einen Grund, so die Gruppe: Wenn im Schapbacher Rathaus schlechte Stimmung herrsche, lasse man sie "oifach de Bach na laufe". Das Kurhaus in Bad Rippoldsau brauche man nicht mehr, denn in der Gemeinde sei inzwischen die "Kur aus". Dass viele Schapbacher von Bürgermeister Bernhard Waidele denken, er sei in seinen Entscheidungen immer sehr hart, war ebenfalls zu hören – und wurde erklärt. Waidele sage sich: "Ich bin Bern-hard". Der Bürgermeister als "größter Viehzüchter im Tal" und bekannt für seine vielen Visionen, war beim Schnurrabend häufig Angriffsziel der Schnurranten.

Im zweiten Programmteil bewies "Staub trocken" ihr sängerisches Können, mit Jens-Mathias Bächle an der Gitarre. Dabei erzählte die Gruppe von einem Baggerfahrer aus dem Holdersbach, der beim Zahnarzt versehentlich sein Implantat verschluckte.

Am Ende des Schnurrens wurde der 28. "Hamperlebrägel" verkauft. Auch im Narrenblättle fanden sich viele Opfer des Spotts wieder.

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