Von Franz Schmid Bad Rippoldsau-Schapbach. Der Bau des Glaswald-Kanals, die Nutzung der Windkraft und der geplante Nationalpark waren die Themen bei einer Bürger-Informationveranstaltung im Bad Rippoldsauer Kurhaus. In über drei Stunden wurden die jeweiligen Pläne vorgestellt.

In seinem kurzen Jahresrückblick ging Bürgermeister Bernhard Waidele auf die Haushaltsberatung für das kommende Jahr ein und hob hervor, dass der Etat für 2013 wie in den drei vorangegangenen Jahren einen  Fehlbetrag aufweise. Sollte der vom Gemeinderat angestrebte außerordentliche Holzhieb vorgenommen werden, müssten mit diesem Erlös die Haushaltsfehlbeträge aus den Jahren 2010 bis 2012 verrechnet werden, so Waidele. Auf Beschluss des Gemeinderats werden die 15 Anwesen im Ortsteil Schapbach-Glaswald an  die öffentliche Abwasserbeseitigung angeschlossen. Mit der Baumaßnahme wird, so Waidele, bereits im Januar begonnen. Der Bauzeitenplan sieht vor, dass der Kanalbau bis August 2013 fertiggestellt sein wird.

Wegen der Enge des Tals handle es sich um keine einfache Baumaßnahme, und die Anwohner müssen  während des Kanalbaus große Behinderungen in Kauf nehmen. Da der Kanal größtenteils in die Glaswaldstraße eingelegt wird und die Bauarbeiten zügig vorangehen müssten, werde die Glaswaldstraße während der Kanalbauarbeiten tagsüber voll gesperrt. Die Länge des Glaswaldkanals beträgt 3,3 Kilometer, wobei auf dieser Strecke 46 Kanalschächte gebaut werden.

Mit dem Anschluss des Glaswalds an den öffentlichen Schmutzwasserkanal sind nach Darstellung Bernhard Waideles 99 Prozent der Gebäude in der Gemeinde an das Kanalnetz angeschlossen. Nur einige völlig abseits liegende Wohnhäuser hätten noch Hauskläranlagen.

Der gemeinsame Ausschuss der vereinbarten Verwaltungsgemeinschaft Freudenstadt mit den Gemeinden Seewald und Bad Rippoldsau-Schapbach hat laut Verwaltung beschlossen, einen Teilflächennutzungsplan "Windkraft" aufzustellen, und eine frühzeitige Bürgerbeteiligung vorzunehmen.

Die Planunterlagen stellte Wolfgang Schmalz von der Schmalz GmbH in Glatten den Bürgern im Kurhaus vor. Mit dem Flächennutzungsplan Windkraft soll ein schnellerer Ausbau regenerativer Energien erreicht werden. Bei einer landschafts- und ortsbildverträglichen Konzentration und unter Berücksichtigung des Schutzes der Anwohner sollen verträgliche Standorte ausgewiesen werden. Dabei kam zum Ausdruck, dass Standorte auch im Hinblick auf Energieausbeute und Wirtschaftlichkeit attraktiv sein sollten.

So gebe es unter anderem im Bereich See-Ebene hervorragende windhöffige Standorte, wobei jedoch der Kriterienkatalog wie auch die Vogelschutzgebiete und der Auerhuhnaktionsplan berück- sichtigt werden müssten. Einzubeziehen sei auch der Schall und Schattenwurf, wie in der Diskussion angemerkt wurde.

Seitens der Zuhörer wurde angeregt, dass neben der Windkraft auch die Wasserkraft im Gemeindegebiet stärker genutzt werden sollte.