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Bad Rippoldsau-Schapbach Nicht nur das Seelenheil lag ihm am Herzen

Schwarzwälder-Bote, vom 03.02.2012 20:01 Uhr
Der ehemalige Schapbacher Pfarrer Erich Schmidt hat sich in seiner langen Amtszeit viele Verdienste erworben. 
Foto: Archiv Foto: Schwarzwälder-Bote
Der ehemalige Schapbacher Pfarrer Erich Schmidt hat sich in seiner langen Amtszeit viele Verdienste erworben. Foto: Archiv Foto: Schwarzwälder-Bote

Von Erich Bächle

Bad Rippoldsau-Schapbach. Der frühere Schapbacher Pfarrer Erich Schmidt wäre in diesem Jahr am 17. Februar 100 Jahre alt geworden. Er war über 40 Jahre als Seelesorger tätig.Wie kaum ein anderer hat Erich Schmidt die Entwicklung der Wolftalgemeinde gefördert. Erich Schmidt wurde am 17. Februar 1912 in Freiburg geboren. Nach Gymnasium und Abitur am Freiburger Friedrichsgymnasium begann er an der Universität Freiburg sein Theologiestudium und wurde nach weiterer Ausbildung im Priesterseminar in St. Peter am 7. März 1937 vom Freiburger Erzbischof Conrad Gröber zum Priester geweiht.

Seine Primiz, das heißt seine erste heilige Messe als Neupriester, feierte er am 14. März 1937 in St. Martin in Freiburg. Es folgten Vikarsjahre unter anderem in Münchweier, Rötenbach, Philippsburg und Bad Krozingen. Ende 1940 zur Wehrmacht eingezogen, leistete Pfarrer Schmidt Sanitätsdienst in Frankreich, Finnland und in der Tschechoslowakei. Nach der Entlassung im August 1945 folgten weitere Vikarsjahre in Wyhl und Bad Krozingen.

Im Sommer 1948 kam Pfarrer Schmidt als Vikar nach Bad Rippoldsau und wurde nach wenigen Monaten als Vikar nach Schapbach versetzt, wo er als Pfarrverweser die durch Erkrankung und Tod von Pfarrer Stefan Stich vakante Pfarrei St. Cyriakus übernahm.

Am 20. Mai 1950 wurde Pfarrer Schmidt durch die feierliche Investitur in sein Amt als Pfarrer eingesetzt, in Gegenwart von Fürst Max-Egon von Fürstenberg, dessen Haus auf Grund der damals noch bestehenden Patronatsrechte der Verleihung der Pfarrei zustimmen musste. Fast 44 Jahre wirkte Pfarrer Erich Schmidt als Seelsorger in Schapbach, bevor seine nachlassenden Kräfte ihn zwangen, sich nach 55 aktiven Priesterjahren am 15. Mai 1992 in den Ruhestand versetzen zu lassen.

Nicht nur das Seelenheil seiner ihm anvertrauten Gläubigen lag Pfarrer Schmidt am Herzen. Aus der Erkenntnis heraus, dass sich gesunde Familien nur in einen entsprechenden Umfeld entwickeln können, stellte er aus dem Pfarrpfründegrundbesitz Baugelände für junge Familien zur Verfügung, ebenso für Festhalle, Kindergarten, schule und Sporthalle. Ebenfalls als Hilfe für die Familien war die Dorfhelferinnenstation gedacht, die 1960 unter maßgeblicher Beteiligung von Pfarrer Schmidt ins Leben gerufen wurde.

Weitere Zeugen seines Wirkens sind die beiden 1955 und 1956 errichteten Türme der Pfarrkirche einschließlich fünf neuer Glocken und das 1990 errichtete Pfarrheim. Während seiner Amtszeit wurde die Kirche innen und außen renoviert. Ein Herzensanliegen waren ihm stets die Menschen mit Behinderung, die im Bonifazhof eine beschützende Heimat gefunden haben.

Die Verdienste von Pfarrer Erich Schmidt um die Pfarrei und die Gemeinde wurden durch eine Reihe von Ehrungen gewürdigt. Im Dezember 1983 wurde ihm durch  Erzbischof Oskar Saier der Ehrentitel "Geistlicher Rat ad honorem" verliehen. Der damalige Staatssekretär Norbert Schneider zeichnete ihn mit dem Bundesverdienstkreuz aus, und die Gemeinde Bad Rippoldsau-Schapbach ernannte ihn aus Anlass seines goldenen Priesterjubiläums 1987 zum Ehrenbürger.

Seinen Altersruhesitz hatte Pfarrer Schmidt in Gengenbach, bis zuletzt umsorgt von seiner Haushälterin Maria Waidele. Nach langen Krankheitsjahren starb er am 4. September 1998. Seine letzte Ruhestätte fand Pfarrer Erich Schmidt im Priestergrab auf dem Schapbacher Friedhof neben Pfarrer Emil Rudolf Hefter, dessen 1923 begonnenes Werk des Kirchenneubaus er mit dem Bau der beiden Kuppeltürme vollendet und so der Schapbacher Pfarrkirche ihre heutige imposante Gestalt als "Dom des Wolftals" gegeben hatte.

In Schapbach bleibt Pfarrer Erich  Schmidt als Seelsorger in Erinnerung, den Frömmigkeit, Offenheit, Gelassenheit und Geduld und vor allem ein unverwüstlicher Humor auszeichneten.

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