Bad Liebenzell Zoff wegen Versorgung der Bürger

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Peter Löffelhardt (links), Vorsitzender des Vereins Notarzt Schömberg/Bad Liebenzell, überreicht dem Helfer vor Ort, Alexander Reusch, ein aus Spenden finanziertes Kohlenmonoxid-Messgerät. Foto: Fisel

Bad Liebenzell-Maisenbach-Zainen - Noch bis vor wenigen Tagen wähnten sich die Bürger von Schömberg, Bad Liebenzell und Unterreichenbach im Hinblick auf die ärztliche Notfallversorgung in Sicherheit. Doch nun gibt es wieder Unsicherheit.

Aus diesem Grunde wurde im DRK-Depot Maisenbach kurzfristig eine Mitgliederversammlung des Vereins Notarzt Schömberg/Bad Liebenzell einberufen. Hier wurden die Probleme, die in der Vergangenheit wiederholt im Zusammenhang mit der medizinisch-technischen Ausstattung des Notarzteinsatzfahrzeugs aufgetreten waren, angesprochen. Immer wieder waren der Verein Notarzt sowie die Apotheken vor Ort unterstützend eingetreten. Da derzeit rund 600 Einsätze vom Schömberger Bereichsnotarzt jährlich bedient und Notfallpatienten ohne Einschränkungen nach dem aktuellen Stand der Wissenschaft versorgt werden, bedeuten diese Kosten eine Mehrbelastung für den Verein von rund 700 Euro monatlich oder rund 8 000 Euro jährlich.

Von unnötiger Schikane ist die Rede

Doch in jüngster Zeit macht sich nicht nur im Verein, sondern auch in der Bevölkerung die Befürchtung breit, dass all diese Maßnahmen dazu dienen sollen, demnächst den Bereichsnotarzt-Standort Schömberg wieder zu streichen. Markus Braun, stellvertretender Vereinsvorsitzender, berichtete über einen Notfalleinsatz, den er kürzlich in der eigenen Verwandtschaft miterlebt habe. Der Patient sei bereits vom Bereichsnotarzt Schömberg untersucht, behandelt und im Krankenhaus angemeldet gewesen, als zusätzlich das Notarzteinsatzfahrzeug aus Bad Wildbad eingetroffen sei. "Der Transport verzögerte sich dann wegen diverser Verhandlungen um sage und schreibe acht Minuten!" Das sei doch unnötige Schikane, endete Braun.

Auch die anderen Anwesenden teilten diese Einschätzung, zumal ihnen zu Ohren gekommen sei, dass der Einsatzbereich des örtlichen Bereichsnotarztes stark eingeschränkt worden sei und zurzeit in Überlappungsgebieten mit dem Notarztstandort Bad Wildbad oder Calw parallel informiert werde. "Vermutlich sollen damit Beweise geliefert werden, dass auf den Schömberger Notarztstandort zukünftig verzichtet werden kann", folgerte Schriftführer Markus Faber aus Unterreichenbach.

Sämtliche Vereinsmitglieder nebst Joachim Zillinger, der als stellvertretender Bürgermeister der Gemeinde Schömberg an der Versammlung teilnahm, waren sich deshalb einig, die Bürgermeister der betreffenden Gemeinden Schömberg, Unterreichenbach, Bad Liebenzell und Oberreichenbach über diese Sachlage sofort zu informieren. Außerdem sollten die Vorsitzenden des Bereichsausschusses Rettungsdienst und der stellvertretende Landrat Frank Wiehe erneut in Gemeinderatssitzungen eingeladen werden, um dort über die Veränderungen der notärztlichen Versorgung zu sprechen. "Ich werde mich persönlich dafür einsetzen, dass wir hier weiterhin diese gute Notfallversorgung erhalten, wie wir sie bis vor Kurzem hatten", versprach Zillinger.

Es gab aber auch Erfreuliches. Die offizielle Übergabe eines Kohlenmonoxid-Pulsoxymeters im Wert von 7000 Euro an die Helfer vor Ort des DRK-Ortsvereins Schömberg/Bad Liebenzell.

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