Bad Liebenzell Tipps für glückliche Beziehung in guten und schweren Zeiten
Schwarzwälder-Bote, 28.06.2012 05:00 UhrBad Liebenzell. Zum ersten Seelsorge-Impulstag kamen 110 Teilnehmer ins Missions-und Schulungszentrum der Liebenzeller Mission nach Bad Liebenzell. Veranstalter war die Initiative Seelsorge-Beratung-Bildung (isbb), die zum Liebenzeller Gemeinschaftsverband gehört.
Utina und Michael Hübner aus Bayern trugen drei Referate im Dialog vor und bezogen das Publikum mit ein. Das Ehepaar leitet mit einem Team das Therapeutische Seelsorge-Institut in Neuendettelsau, in dem Ehrenamtliche als begleitende und beratende Seelsorger ausgebildet werden. Im ersten Referat ging es um das Spannungsfeld zwischen Ehe, Familie, Beruf und Gemeinde. Jeder Bereich melde berechtigten Anspruch an. "Innere Antreiber" würden Menschen unter Stress setzen und Beziehungen belasten. Diese seien zum Beispiel Aussagen wie "sei perfekt", "streng dich an" oder "mach es allen recht". Viele Christen meinten auch immer, stark sein zu müssen. "Wir sind oft Gejagte und Getriebene. Schuldgefühle und ein schlechtes Gewissen machen Druck und können uns als Angst im Nacken zu Höchstleistungen antreiben", erklärte Michael Hübner. Dies führe schnell zu Überlastung und Beziehungsstörungen.
Menschen, die bewusst als Christen lebten, empfahl er: "Nimm dir regelmäßig Zeit und Ruhe, um mit Jesus deine Prioritäten neu zu ordnen." Ein Rat von Anselm Grün sei hilfreich, nämlich sich zu fragen, was man tun würde, wenn man nur noch einen Tag zu leben hätte. Utina Hübner empfahl, nicht so auf das zu hören, was andere sagen und denken mögen, sondern Körper wie Seele Entspannung und Erholung zu gönnen.
Im zweiten Referat gab das Ehepaar Tipps, wie eine Beziehung lebendig bleibt. Man müsse entdecken, dass jeder anders auf Konflikte und Stress reagiere. Diese Unterschiede müssten dem anderen zugestanden werden. Zudem brauche eine Beziehung Nähe und Distanz. Jede Beziehung kenne Dürreperioden,. Wichtig sei jedoch, eine Ehe in Ausschließlichkeit zu leben. Diese Treue helfe, Halt aneinander zu haben. Schließlich gelte es, sich bedingungslos zu achten und zu lieben und die Schwächen nicht so ernst zu nehmen. Als Dünger ihrer Ehe verstehen Hübners gemeinsame Abende zu zweit, Humor, Lob und Ermutigung sowie die Vergewisserung, dass man zusammenstehen will, in guten und schweren Zeiten.
Utina und Michael Hübner begleiten viele Ehepaare seelsorgerlich und therapeutisch. Sie gehen nicht von einer vollkommen glücklichen Ehe aus, sondern helfen Paaren zu lernen, mit Unvollkommenheiten zufrieden zu leben. Dass sie beide auch immer wieder an ihrer Ehe arbeiten müssen und Begleitung brauchen, zeigte sich in einem von Gebhard Weik geführten Interview. Weik, der Leitender Seelsorge bei der isbb ist, informierte über die Arbeit. Er führt mit seiner Frau Marianne eine Beratungsstelle in Hirsau. Außerdem leitet er Seminare. Die isbb ist dabei, ein eigenes Netzwerk in Süddeutschland aufzubauen.
Weitere Informationen: www.isbb.lgv.org


