Bad Liebenzell Schutz für Hab und Gut der Bürger

Schwarzwälder-Bote, 26.07.2012 20:03 Uhr

Von Wolfgang Krokauer

Bad Liebenzell. Seit gestern ist die Landesstraße zwischen 343 zwischen Bad Liebenzell und Unterhaug-stett aufgrund von Baumfällarbeiten vollständig gesperrt. Die Maßnahme, die bis 18. August dauert, sorgt in der Bevölkerung jedoch für lebhafte Diskussionen.

So wandte sich jetzt der stellvertretende Bürgermeister von Bad Liebenzell, Rainer Weiß, in einem Brief an Landrat Helmut Riegger. "Die Wellen und der Unmut über die Vollsperrung der L 343 aus der Bevölkerung aber auch der Geschäftswelt Bad Liebenzells schlagen hoch und sind nicht nur für mich verständlich", schreibt Weiß. Er beklagt, dass ein großer Teil Bad Liebenzells von der Außenwelt abgeschnitten sei. Da auch die Buslinie in dieser Zeit nicht verkehre, bleibe für viele Bürger nur der teure Weg zum Arzt oder Einkauf mit dem Taxi übrig. Viele Besucher und Gäste aus den Räumen Böblingen, Stuttgart und Ludwigsburg strömten wieder in die sanierte Therme in Bad Liebenzell und müssten jetzt große Umwege fahren. "Ich bitte Sie eindringlich, auf den Forst einzuwirken, die geplante Maßnahme so abzuwickeln, dass mit einer Ampelregelung, wie es auch in früheren Zeiten der Fall war, die wichtige Verkehrsader von Schömberg über Bad Liebenzell bis nach Weil der Stadt offen bleibt. Vor allem ist es für mich nicht nachvollziehbar, die Straße auch am Wochenende, Samstag und Sonntag, voll zu sperren", schreibt Weiß an den Landrat. Zudem hegt er den Verdacht, dass die Forstverwaltung nur den finanziellen Aspekt sehe.

Das sieht Bad Liebenzells Bürgermeister Volker Bäuerle anders. Zwar bezeichnet auch er die Sperrung als "ärgerlich". Noch schlimmer wäre es für ihn jedoch, wenn etwas passieren würde, gerade weil die Forstverwaltung nicht handelte. Eine Freigabe der Strecke an Wochenenden und eine Ampelregelung hält Bäuerle nicht für möglich. Schließlich würden an der Straße die Leitplanken abgebaut. Die Verkehrssicherheit könne dann nicht mehr gewährleistet werden. Sie an den Freitagen auf- sowie an den Sonntagen wieder abzubauen hätte zur Folge, dass die Maßnahme noch mehr Zeit kosten würde. Im übrigen lobte Bäuerle die kooperative Haltung der Forstverwaltung. Sie habe ohnehin die Zeit für die Baumfällarbeiten um eine Woche reduziert: "Mehr war nicht machbar." Zudem erinnerte er daran, dass die Arbeiten während der Ferien stattfinden würden: "Wir sollten die Kirche im Dorf lassen."

Frank Lindenberger, Leiter des Reviers Kaffeehof, hält die gefundene Lösung volks- sowie betriebswirtschaftlich am effektivsten. Der Forst schütze Hab und Gut der Bürger. Es würden faule sowie dürre und damit gefährliche Bäume entfernt.

Nach dieser Aktion sei der Wald für die nächsten 15 bis 20 Jahre in einem sicheren Zustand. Inzwischen habe er bereits positive Reaktionen von direkten Anwohnern im Kaffeehof registriert.

(wk). Der für den Kaffeehof zuständige Revierleiter Frank Lindenberger sagte, dass von der Rodung 30 Hektar betroffen sind. Ein Drittel gehört der Stadt Bad Liebenzell, der Rest ist Staatswald. 2500 Festmeter Nutzholz werden gefällt. Die Kosten belaufen sich auf 80 000 Euro. Dem stehen Erlöse in Höhe von 170 000 Euro gegenüber.

 
 
Kommentare (4)
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JUL
31
Tobias Volle, 10:16 Uhr

Ab Donnerstag 2. August Busanbindung Monakam-Unterhaugstett nach Möttlingen eingerichtet

Heute Morgen habe ich folgende Information von der Stadt erhalten: 'Ab Donnerstag 2. August 2012 Busanbindung Monakam-Unterhaugstett nach Möttlingen eingerichtet Die seit 26. Juli begonnene Vollsperrung zwischen Bad Liebenzell und Unterhaugstett hatte zur Folge, dass von der Firma Volz die Buslinie 880 (Bad Liebenzell – Monakam . Unterhaugstett – Möttlingen – Weil der Stadt) auf Grund geringer Nachfrage in den Schulferien eingestellt wurde. Durch eine Vielzahl von Anrufen von Seiten der Bürgerschaft in den Stadtteilen Monakam und Unterhaugstett und nach Verhandlungen mit dem Landratsamt, Abteilung Waldwirtschaft, wird ab Donnerstag, den 2. August ein Zubringer von Monakam über Unterhaugstett nach Möttlingen eingerichtet.'

JUL
30
Kritischer Bürger, 11:24 Uhr

Ohne Worte!

(Quelle Zitate Herr Bäuerle ... siehe oben ...) Im Übrigen lobte Bäuerle die kooperative Haltung der Forstverwaltung „ - ' Zudem erinnerte er daran, dass die Arbeiten während der Ferien stattfinden würden: 'Wir sollten die Kirche im Dorf lassen.' ... Dies sagt doch alle über die Denkweise vom Bürgermeister ... keinerlei Interessen, dass aus Bad Liebenzell was wird und auch die Aussage mit der Kirche im Dorf lassen zeugt davon, dass ihm die Bürger nicht wichtig sind. Ich erinnere mich da Dunkel an einen Artikel der Stuttgarter Zeitung S-Trip ... Die Stadt hat das geschafft, was die Redakteure geschrieben haben ... man muss jetzt einen großen Bogen um Bad Liebenzell machen ... und vor allem ... was hat der Wald mit meinem Hab und Gut tu tun? Diese Aussage finde ich echt gut ... lt. Internet ... 'alles, was jemand besitzt, jemandes gesamtes Eigentum' Warum hat man nicht eine Einstweilige Verfügung gegen das Landratsamt erwirkt, damit die Sperrung nicht erfolgt oder für die Bürger verträglicher wird. Leider kann man bei der nächsten Wahl den Bürgermeister nicht mehr abwählen, da seine Amtszeit vorbei ist. Wie wäre es gewesen, wenn dem nicht so wäre und die Wiederwahl z.B. dieses Jahr wäre … ja wenn das Wörtchen wenn nicht wäre …

JUL
30
ennet der Grenze, 09:14 Uhr

BAD LIEBENZELL – wegen Reichtum geschlossen

Da ist am 04.06.12 unter dem Artikel Gutes Vorbild für Griechenland im Schwarzwälder Boten zu lesen: “Dass der Kreis Calw trotz seiner sechs Musterschüler verhältnismäßig schlecht dasteht, liegt an mehreren Kommunen, die eine stolze Verschuldung aufzuweisen haben. Die Spitzenposition nimmt dabei die Stadt Bad Liebenzell ein. Laut Statistischem Landesamt liegt die Pro-Kopf-Verschuldung inklusive der Eigenbetriebe bei 3231 Euro.“ Und trotzdem kann es sich die Stadt leisten, die wichtigste Zugangsstrasse für Thermalbadgäste für 3 Wochen zu sperren. Dass es Herrn Bäuerle nicht interessiert, wie die Bürger der östlichen Stadtteile zu ihren Arzt- und Therapie-Terminen kommen, und die ortsansässigen Geschäfte Umsatzeinbussen und Zusatzaufwand durch lange Anfahrtswege haben ist schon klar. Was kümmert es den Mond, dass ihn die Hunde anbellen. Oder stecken vielleicht persönliche Interessen dahinter?

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