
Von Andrea Fisel
Bad Liebenzell-Unterlengenhardt. Die Haltung in der Unterlengenhardter Bevölkerung gegenüber uneinsichtigen Hundehaltern unterscheidet sich wenig von der inzwischen fast überall vorherrschenden Missstimmung. Die Aktion jedoch, die der Ortschaftsrat kürzlich in dieser Angelegenheit initiierte, ist eher ungewöhnlich.
Nachdem bei der Stadtverwaltung Bad Liebenzell gegen den Antrag von Ortsvorsteher Volker Kliewer, die Unterlengenhardt betreffenden Hundesteuerbescheide ihm direkt auszuhändigen, keine Bedenken vorlagen, konnte das seit langem geplante Vorhaben in die Tat umgesetzt werden: Jeder Hundebesitzer bekam seinen Steuerbescheid, ein Anschreiben des Ortschaftsrats Unterlengenhardt samt einem Auszug aus der gültigen Polizeiverordnung, dazu 20 Hundetoilettenbeutel und obendrein ein Leckerli für den Vierbeiner von einem Ortschaftsrat überbracht.
"Wir mögen Sie und Ihren Hund – wir wollen auch niemanden schikanieren", hieß es in dem Schreiben. "Wir möchten in Frieden in diesem Ort zusammen leben, ohne dass jemand Angst vor Hunden oder Verunreinigungen haben muss", lautete der Wunsch der Ortschaftsräte. Überall liege Hundekot, sowohl im Ort als auch auf Wiesen und Feldern, und immer wieder liefen Tiere unbeaufsichtigt oder nicht angeleint, beschweren sich Einwohner und Gäste. "Wir wollen in dieser Angelegenheit vermitteln und um gegenseitige Rücksichtnahme bitten", erklärte Ortsvorsteher Volker Kliewer.
Volle Rückendeckung hatte er von seinen Ortschaftsräten Walter Kugele, Klaus Peter Palme sowie Roland Ehniss. "Wir sind vor Ort und kennen die Leute; so können wir ins Gespräch kommen", versprach sich Kugele von einem Besuch. Kliewer sah noch einen weiteren Vorteil in diesem Vorhaben, weil einerseits auf die bereits vorhandenen Hundetoiletten am Hopfweg/Abzweigung Zwerweg sowie am Café Panorama hingewiesen, andererseits aber auch an die gültige Polizeiordnung erinnert werden kann.
Dort steht im Paragraph zehn, Absatz drei: "Im Innenbereich sind auf öffentlichen Straßen und Gehwegen Hunde an der Leine zu führen. Ansonsten dürfen die Tiere ohne Begleitung einer Person, die durch Zuruf auf das Tier einwirken kann, nicht frei umherlaufen." Kliewer vermutete, dass viele Besitzer nicht wüssten, dass diese Vorschriften auch für die Bad Liebenzeller Stadtteile.