
Bad Liebenzell. "Bleib‘ nicht am Grab deiner verlorenen Träume stehen" – dazu ermutigte Hanna Backhaus aus Calden bei Kassel beim Frauentag des Liebenzeller Gemeinschaftsverbandes. Als Sozialpädagogin, Ehefrau und Mutter von drei erwachsenen Kindern hatte die Referentin alltagstaugliche Hilfen parat zum Thema "Loslassen – Chance zum Wachsen".
Backhaus erläuterte vier Bereiche, bei denen im Leben das Loslösen gefragt ist: beim Ablösen von Menschen, von alten Verhaltensmustern, von eigener und fremder Schuld sowie dem Stolz, den sie für den schwierigsten Teil hält, weil er Beziehungen vergiftet: "Durch Loslassen wachsen und reifen wir zu der Persönlichkeit, die Gott in uns hineingelegt hat".
Für Musik sorgte Bettina Alms, Musikpädagogin und Flötistin aus Wesel. Sie begleitete den gemeinsamen Gesang, was bei jeweils mehr als tausend Frauen ein besonderes Klangerlebnis darstellte. Ihre musikalischen Beiträge reichten von Händels Halleluja, über Amazing Grace bis zu neueren Melodien und wurden begeistert aufgenommen.
Stark berührt waren die Besucherinnen von dem persönlichen Erlebnis der jungen Mutter Damaris Hassler aus Karlsruhe. Im Interview erzählte sie, wie die Behinderung ihres Sohnes das Familienleben komplett verändert hat und sie manche liebgewordene Aufgabe loslassen musste. "Aber", so betont sie, "unser Sohn hat uns gelehrt, das Leben aus einem ganz anderen Blickwinkel zu sehen."
Das Thema "Loslassen" wurde vertieft in einigen der 15 Seminare, die am frühen Nachmittag angeboten wurden. So sprach die Gemeinschaftsschwester Gertrud Rück aus Loßburg über "Loslassen – Vergebung macht frei" und ging dabei vor allem auf den Umgang mit Verletzungen ein.
Neben Lebenshilfethemen gab es eine Reihe von Angeboten wie gemeinsames Singen "als Sauna für die Seele" mit Beate Decker und Frank Nonnenmacher, außerdem Informationen zur Farb- und Stilberatung sowie auch Möglichkeiten, sich sportlich oder auch kreativ zu betätigen, etwa beim Malen oder beim Anfertigen eines Armbandes.
Mit der Kollekte unterstützten die Besucherinnen unter anderem ein Projekt der Liebenzeller Mission in Sambia und die Arbeit einer jungen Gemeinde im Zentrum Stuttgarts, die vom Liebenzeller Gemeinschaftsverband verantwortet wird. Dort arbeitet das Ehepaar Matthias und Anne-Kathrin Luz vorwiegend unter jungen Familien.