Bad Liebenzell Landwirte und Jäger üben Schulterschluss

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Erlebten trotz Kontroversen ein harmonisches Treffen in Bad Liebenzell (von links): Kreisbauernchef Friedrich Großhans, Kreisjägerchef Michael Lindner, die Referenten Erhard Jauch und Heiner Klett, und Kreisbauernverbands-Geschäftsführer Peter Schäfer. Foto: Kraushaar

Bad Liebenzell - Landwirte, Förster und Jäger zeigten sich bei ihrem Treffen im Bad Liebenzeller Kursaal friedlich vereint. Demonstrativ übten die Gruppierungen den Schulterschluss, dabei gäbe es eigentlich unter den Stichworten Verbiss, Wildschäden in Feld und Flur, Zäunen, Schadensersatzfeststellung bis hin zu den unterschiedlichen Interessen in Sachen Wildmanagement genügend Konfliktmaterial.

"Wir haben das bisher zusammen auf die Reihe gebracht und werden das auch zukünftig schaffen – wir sagen: Einigt euch gütlich", stellte der Chef der Kreisjägervereinigung Calw, Michael Lindner, bei einem Blick auf die bestehenden Probleme mit Nachdruck fest. Landwirte, Forst und Jagd bräuchten sich gegenseitig, schließlich sind die Jäger die Einzigen, die regulierend eingreifen dürfen. Dass sie sich mit vielen Neuerungen des am 1. April 2015 in Kraft getretenen Landesjagdgesetzes nicht anfreunden können, ist hinlänglich bekannt.

In Bad Liebenzell wurden die Punkte, die alle Seiten betreffen, ausführlich vorgestellt und in ihrer Problematik erklärt. "Vieles muss noch nachgebessert werden", so Heiner Klett in seinem Referat, wobei er zwischendurch schon etwas resigniert wirkte. "Gegen Ideologien kann man nicht argumentieren", gab der Rechtsanwalt aus Ravensburg zu. Als nahezu "weltfremd" wurde die allgemeine Jagdruhe (März/April) eingestuft. "Hier werden 20 Prozent der Jahrespopulation erlegt, wer soll für die Folgeschäden aufkommen, wenn dies nicht mehr der Fall ist", argumentierte Michael Lindner. Kirrung, Schussschneisen, Schutzabstände für Niederwild an Waldrändern, Bächen und Seen, das Gesetz habe positive Seiten, sei aber in vielen Punkten nicht praxistauglich, stellte Erhard Jauch in seinem Referat fest.

"Sorgen und Nöte der Betroffenen werden nicht ernst genommen, aber das ist nichts Neues bei dieser Regierung", zeigte sich Kreisbauernchef Friedrich Großhans mehr als enttäuscht. "Die Politik des Gehört-Werdens würde beim Hören aufhören", lautete sein Vorwurf. Das neue Gesetz sei bewusst 2015 durchgezogen worden, um es aus der Landtagswahl herauszuhalten, war im Saal zu hören. Heiner Klett bezeichnete das als teilweise bedenklich, da es auch in das Eigentumsrecht eingreifen würde. Die Lager stehen sich jedenfalls überwiegend kritisch gegenüber.

Im Saal setzte man beim Landesjagdrecht ganz klar auf einen Regierungswechsel in Stuttgart. Der CDU-Landtagsabgeordnete Norbert Beck betonte: "Wir von der CDU hätten die Änderungen nicht gebraucht, das Landesjagdgesetz war gut", erklärte der Abgeordnete aus dem Kreis Freudenstadt und sagte zu, dass das Gesetz einer starken Änderung unterliegen müsse. "Förster muss Förster, Landwirt, Landwirt und Jäger Jäger bleiben", stellte er sich demonstrativ an die Seite der Betroffenen. Anschließend machte der Geschäftsführer des Kreisbauernverbandes, Peter Schäfer, Werbung für die Aufgaben eines Wildschadenschätzers.

  
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