
Bad Liebenzell-Unterlengenhardt. Das Zitat "Ihr aber seht und sagt: Warum? Aber ich träume und sage: Warum nicht?" von George Bernard Shaw begleitet die Ausstellung der in Pforzheim lebenden Künstlerin Rosemarie Schäfer-Jaenisch im Paracelsus-Krankenhaus in Unterlengenhardt. So präsentiert sie in 70 Exponaten ein breites Spektrum sowohl an Motiven, als auch an Techniken.
"Die Träume der Meerjungfrau" zeigen sich in einem kühlen Gesicht. Streng wirkt sie, die Wasserfrau in den Farben blau und grün: die Fassade aufgebrochen durch die Mischung der Acrylfarbe mit Sand. Die Augenlider, träumerisch, nur leicht geöffnet, strahlen unendlich viel Wärme und Sonne aus.
In der Bilderreihe "Namibia" vorwiegend in Acryl gearbeitet, verwendet die Künstlerin die gesamte Palette der warmen Erdfarbtöne, ocker, orange, rotbraun, die Farben Afrikas. Eine Wüste, die bezaubert, karg und in den Farben intensiv. Die Erde hat die Farbe und Wärme der Sonne angenommen, und tiefe Schatten zeichnen Linien und Flächen. Weiß ist das grelle Licht der Mittagssonne. Die Schönheit der Landschaft prägt sich ein und die Stille über dem Land nimmt man mit in seine Träume.
Herausragend sind aber auch die Blumen- und Landschaftsaquarelle der Künstlerin. Der einmalige Charakter des Aquarells, die leichten, durchschimmernden Farben, der Zauber und die Transparenz des Lichtes, die Weichheit in der Bildwirkung beeindrucken den Betrachter. Bilder, in denen Rosemarie Schäfer-Jaenisch ihr Können, ihre Freude und Liebe zur Kunst aufs Höchste beweist.
Zwei Herzen schlagen da in einer Brust für das Aquarell sowie die Acrylmalerei. Oft entstehen die Acrylbilder, nachdem die Künstlerin vorher eine Aquarellskizze angefertigt hat. Es sind nie glatte, plakative Bilder. Schon allein die Technik fällt auf, die mit Sand und Papier abstrakt umgesetzten Motive. Das Wesentliche, Charakteristische zeigt sich in der Bewegung oder der Stille des Motivs. "Träume und Reales, alles das, was uns im Leben begegnet, will ich wiedergeben, nach meinen Möglichkeiten und meinen Vorstellungen", erklärt Rosemarie Schäfer- Jaenisch. Farben drücken Gefühle aus. Mit Linien und Flächen macht sie Traum und Wirklichkeit sichtbar.
"Was mich bei der Malerei inspiriert, sind die Dinge des Alltags, die mich berühren. Musik, die ich höre, Menschen, die ich wahrnehme oder auch ein buntes Blatt am Boden, eine Melodie, jedes flüchtig erhaschte Bild, eine vorbeiziehende Landschaft lösen das Bedürfnis aus, es mit Pinsel und Farbe so festzuhalten, wie es sich mir eingebrannt hat", betont die Künstlerin. Beim Malen würden die Bilder Eigenständigigkeit gewinnen, weil auch das einfließe, was sich hinter der Oberfläche verbirgt.
"Die eigene Handschrift zu entwickeln, ist ein langer arbeitsintensiver Weg, auf dem man lernen muss, sich mit seinen eigenen Ausdrucksmöglichkeiten zu akzeptieren und sich nicht durch Gefälliges, Vordergründiges beeinflussen zu lassen".
Einen Einblick in ihr Schaffen gibt die Ausstellung in der Reihe Kunst im Krankenhaus, die bis 12. April täglich von 8 bis 13 Uhr und von 15 bis 20 Uhr auf den Stationen zu besichtigen ist.