Von Dietmar Glaser Bad Herrenalb. Die Erfassung von Kleindenkmalen ist ein Projekt des Landkreises Calw, das vor wenigen Tagen angelaufen ist (wir berichteten). Ehrenamtliche Helfer unterstützen das Denkmalamt bei der Katalogisierung von kleinen, von Menschenhand geschaffenen Zeugnissen unserer Kultur.Dazu gehören zum Beispiel Grenzsteine, Wegkreuze, Brunnen und Gedenksteine.

In Bad Herrenalb gehört Richard Clauer zum Kreis der Unterstützer. Mitten im Wald, am Fuß des Mayenbergs, oberhalb des Dennacher Wegs, machte der Heimatforscher einen seltsamen Fund: zwei Mühlsteine. Einer der Mühlsteine ist fertig behauen. Der andere ist erst zur Hälfte vollendet. Er sollte aus einem Findling geschlagen werden. Zu erkennen ist bereits die runde Form.

Die Oberseite ist grob bearbeitet aber eben. Es fehlt das Loch in der Mitte, das sogenannte Auge.

Die Unterseite des Mühlsteins ist nicht behauen und hat noch die Form des Felsens. Wie die beiden Mühlsteine an diese Stelle im Wald kamen, ist unklar.

Der fertige Mühlstein könnte beim Einrichten eines Waldlehrpfads vor 1968 dorthin gebracht worden sein, meinte Richard Clauer im Gespräch mit unserer Zeitung. Richard Clauer kennt seine Heimat wie seine Hosentasche, besitzt er doch das größte Privatarchiv aus Bildern und Schriftstücken über die Stadtgeschichte Bad Herrenalbs. Die Mühlsteine sind aber auch für ihn ein Rätsel.

Ob der fertige Mühlstein tatsächlich gebrauchstauglich ist, ist unklar. Die sichtbare Seite ich nicht beschnitten, hat also keine Riefen, die ein Mühlstein auf seiner Mahlseite braucht. Eventuell sind sie an der Unterseite eingearbeitet. Der zweite Mühlstein ist sehr wahrscheinlich am Ort seiner Bearbeitung unfertig liegen geblieben. Sein Gewicht beträgt ungefähr zwei Tonnen.

Schon jetzt ist klar: Der Fund gehört zu den ungewöhnlichen und seltenen Kleindenkmalen des Landkreises Calw.