
Von Andrea Fisel
Bad Liebenzell-Unterlengenhardt. Violine und Akkordeon im Zusammenspiel, sowohl in barocker Klassik oder modernem Tango, als auch in virtuoser Salonmusik bescherte den Besuchern im Blauen Saal des Paracelsus-Krankenhauses Unterlengenhardt einen beschwingten, höchst genussvollen Abend.
Leichte und verspielteStimmung trittimmer mehr in den Vordergrund
War das "Largo" von Francesco Maria Veracini noch sehr ruhig und langsam gehalten, trat bei der Sonata "Le Tombeau" von Jean-Marie Leclair bereits eine leichte, verspielte Stimmung in den Vordergrund, die Roland Baldini in der wiederholten Melodieführung der Violine meisterhaft zur Geltung brachte. Besonders im vierten Satz "Tambourin", der eine ländliche Szene darstellte, kam die Musik farbig und tänzerisch daher, geprägt von den Leidenschaften des Komponisten als Violinist und Tänzer.
Im "Concierto del Angel" von Astor Piazolla stellte Rudolf Hartmann seine Virtuosität auf dem Akkordeon unter Beweis: Von dem Temperament einer Milonga, einer schnelleren und fröhlicheren Vorläuferin des Tangos, über die Tragik des Todes bei einem wilden Messerkampf, bis hin zur Verzückung und dem Hochgefühl über die Wiederauferstehung eines Engels – vielleicht auch eines menschlichen Wesens namens Angelo – spiegelte sich das Geschehen durch eindringliche Dynamik und mitreißende Tempi wider.
In der zweiten Hälfte des Konzerts widmeten sich die beiden Musiker der klassischen Unterhaltungsmusik des 19. Jahrhunderts, insbesondere dem Wiener Walzer und der Polka.
"Wiener Stimmung ist immer geprägt von leichter Melancholie, so beschwingt sie daher kommt", stellte Hartmann dem "Weana Gmüath" von Johann Schrammel voraus. Auch Johann Strauß, dessen Freund und gleichzeitig Konkurrent Joseph Lanner sowie Franz Schubert vermochten diese oft auf volkstümlichen Tanzveranstaltungen oder Bällen gespielte Musik mit einem ganz eigenen Charme sowie charakteristischer Unbeschwertheit zu versehen.
"Der Schmutzer Tanz" von Johann Nicolaus Schmutzer ist nicht im eigentlichen Sinne ein Tanz, sondern bezeichnet vielmehr ein Musikstück aus dem alten Wien. Mit Elementen des Balkans angehaucht, wurde es gerne von Schrammelmusikern verwendet, die im ausgehenden 19. Jahrhundert beim Heurigen aufspielten.