Bad Liebenzell Ensemble vermittelt ein Gefühl der Ruhe und Gelöstheit

Schwarzwälder-Bote, 26.04.2012 05:00 Uhr

Von Andrea Fisel Bad Liebenzell. Unter dem Titel "Barock, Klassik und Moderne" gestalteten sieben hervorragende Musiker des Ensembles "Kammersolisten Minsk" ein Konzert in der evangelischen St. Blasius-Kirche in Bad Liebenzell mit Kompositionen aus verschiedenen Musikepochen.

Auch wenn eine Zeitspanne von mehr als 300 Jahren zwischen der Entstehung des ältesten Stückes und der ­neuesten, zeitgenössischen Komposition lag, dazwischen barocke und klassische Werke zur Aufführung kamen, eines hatten sie alle gemeinsam: Sie strahlten eine wohltuende Harmonie aus und vermittelten dem Zuhörer ein Gefühl der Ruhe und Gelöstheit. Unterstrichen wurde dieser Eindruck noch durch das zuweilen solistische Spiel jedes einzelnen Musikers. Während Dmitri Subow, ein Meister in der Kunst des Barockspiels, Cembalo spielte und von dort aus souverän dirigierte, bot das Ensemble ein exzellentes Beispiel an Homogenität, Präzision und Spielfreude.

Sowohl das Konzert in D-Dur für Flöte, Streicher und basso continuo von Reinhard Keiser, als auch Georg Philipp Telemanns Quartett in a-Moll für zwei Violinen, Bratsche und Basso continuo werden dem Barock zugeordnet, zumal die beiden Kom ponisten zeitgleich in Hamburg wirkten und sogar gemeinsam am Spielplan für das Haus am Gänsemarkt arbeiteten. Fein aufeinander abgestimmtes Zusammenspiel und exakt miteinander harmonierende Stimmungen brachten die auffallend gesanglichen Stimmführungen zur Geltung.

Ebenfalls in die Zeit des Barock fällt das Werk "Sonata da camera in E-Dur" mit drei Oberstimmen und Basso continuo von Johann Gottlieb Janitsch. "Leider ist dieser Komponist wenig bekannt, obwohl er sehr schöne, empfindsame Werke komponierte", erklärte Sobow. Zu einer Uraufführung gelangte die "Light Music" von Landsmann Viktor Kopytsko (geboren 1956), der diese Kassation in sechs Sätzen für Flöte, Cembalo und Streicher-Quartett speziell für das weißrussische Ensemble geschrieben hat: "Dedicated to Galina Matjukova and the Minsk Chamber Solists". "Es klingt kaum modern, dafür recht melodiös, leicht und unterhaltsam", charakterisierte Dmitri Subow die zeitgenössische Komposition.

Die "Symphony Quintetto" in D-Dur aus den "Londoner Symphonien" von Joseph Haydn präsentierten die Kammermusiker in einer Bearbeitung von Johann Peter Salomon nach der Symphonie Hob.:104. Er hat viele Orchester-Werke Haydns für kleinere Besetzungen bearbeitet. Was sich dabei jedoch erfreulicherweise nicht veränderte, war der für Haydn kennzeichnende Stil der "strahlenden Frische voller Optimismus und Glaubensbotschaft".

 
 
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