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Bad Liebenzell Der Schöngeist liebt immer noch die Frauen und Pferde

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Gottlob Blessing hat ein umfangreiches künstlerisches Werk vorzuweisen. Foto: Frommann

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Von Renate Frommann

Bad Liebenzell. 1952 hat Gottlob Blessing begonnen, seine künstlerischen Spuren in Bad Liebenzell als freiberuflicher Modelleur zu legen. Der 1922 in der Kurstadt in der Kirchstraße als dritter Sohn des Bäckerehepaars Blessing geborene Künstler absolvierte eine Ausbildung an der Kunst- und Werkschule in Pforzheim im Fach Plastik und Bildhauerei. Zunächst hatte er kein Atelier. Das bekam er erst nach dem Bau des eigenen Hauses im Jahre 1970.

Jetzt ist im evangelischen Gemeindehaus in Bad Liebenzell eine Ausstellung über Blessings Werk eröffnet worden. Der Erste Bürgermeister-Stellvertreter Armin Jans zählte aus diesem Anlass die Kunstwerke in Bad Liebenzell auf: das 1956 eingeweihte Kriegerdenkmal, das Lesepult in der evangelischen Kirche St. Blasius von 1981 und der Christusleuchter von 1983 sowie der 1985 geschaffene Brunnen vor den Reuchlinschulen. Jetzt, im hohen Alter, war es Blessings Wunsch, den Bad Liebenzellern auch einige seiner vielen Zeichnungen in einer Ausstellung zu zeigen. Außerdem trug er bei der Vernissage einige seiner selbst verfassten Gedichte vor.

Heiderose Drabon von der Stadtverwaltung vergrößerte Blessings Zeichnungen vom Handzeichenblock auf ein passables Ausstellungsformat. Dieter Lohrmann, Pfarrer der evangelischen Kirchengemeinde, stellte die Räume zur Verfügung.

Blessing war noch sehr gut in der Lage, sich zum großen Teil seinen Wunsch selbst zu erfüllen. Nur die Augen spielten trotz beleuchteter Lupe einfach nicht mehr mit, und so hatte er die Gedichte noch einmal auswendig gelernt. Manchmal blieb er hängen, doch dann half ihm Heidi Heinemann, die Tochter einer seiner Cousinen. Unterstützung bei der Vorbereitung der Ausstellung erhielt er auch von seiner Tochter Angelika Blessing-Pecher und von Susanne Khelifi und Anette Hubert aus Bad Liebenzell. Seine 28 Zeichnungen verrieten es und er gestand es auch: der Schöngeist Blessing liebt immer noch die Frauen und Pferde, denn sein Wunschberuf war Tierarzt, der nicht in Erfüllung ging. Blessing wuchs mit sechs Brüdern und einer Schwester auf. Er besuchte den Marienstift-Kindergarten, die Bad Liebenzeller Volksschule und die Oberschule in Calw. 1941 legte er vorzeitig das Reifezeugnis ab, denn die Einberufung in den Krieg folgte. Er war auf der Krim in Simferopol, im Kaukasus, in der Nordukraine und schließlich in Frankreich. Dort kam er in Kriegsgefangenschaft. Im Juni 1947 kehrte er nach Bad Liebenzell zurück und hatte die Lehren der Kriegsjahre für sein Leben gezogen: Wir müssen alles tun, damit der Frieden bleibt, gerade jetzt wieder, meinte er eindringlich. Der sowjetische Film "Wenn die Kraniche ziehen" hatte ihn inspiriert, Gedichte zu schreiben, und so hatte er begonnen zu dichten: "Wenn die Kraniche ziehen und zwei Menschen sich in die Augen schauen..." oder "Liebe in böser Zeit". 1952 heiratete er seine über alles geliebte Rheinländerin Elsa. Romantische Gedichte wie "Oft schau ich spät noch zu den Sternen auf" oder "Ein Bächlein plätschert" und Liebesgedichte, zum Beispiel "Wie viele Worte brauchst du bloß, mir deine Liebe zu sagen... es würde genügen, komm her, ich lieb dich sehr", folgten. Lustige Gedichte konnte er aber auch schreiben wie "Der Löwe löwt im Wüstensand" oder der "Schweinchentraum".

Musikalisch haben es Blessing vor allem die traurigen Lieder von Franz Schubert angetan. Erich Keck brauchte ihm nur den Ton anzugeben, am Klavier begleitet hat er ihn nicht. Und so begann Blessing sein Vortragen mit dem Lied "Du holde Kunst in wie viel grauen Stunden". Der Jugend von Bad Liebenzell ist das künstlerische Lebenswerk von Gottlob Blessing und das Kennenlernen seiner Person mit all seiner Lebenserfahrung und seinen künstlerischen Ambitionen zu empfehlen.

Der Vorsitzende des Bad Liebenzeller Heimat- und Geschichtsvereins, Helmut Schiek, will die künstlerischen Leistungen Blessings erfassen, erhalten und veröffentlichen, und so stehen auch für Blessing noch etliche Arbeiten an.

 
 

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