Von Andrea Fisel

Bad Liebenzell. Glocken oder Engel verkündigen Friede, Freude und Hoffnung. Kinder oder Hirten eilen zu der verheißenen Stätte, um den neugeborenen Gottessohn zu sehen. Arme oder Könige überbringen dem Retter der Welt Geschenke.

Weihnachtslieder aus allen Teilen der Welt besingen dieses Geschehen, das sich vor mehr als 2000 Jahren in Bethlehem ereignete: Der Sohn Gottes kam in einem armseligen Stall zur Welt. Hirten auf den Feldern um Bethlehem waren die Ersten, denen diese frohe Botschaft von Engeln überbracht wurde. Noch heute versammeln sich überall auf der Welt Gläubige, um die Geburt ihres Erlösers zu feiern und zu besingen. Deshalb nahm der Posaunenchor Schömberg-Bieselsberg beim Kurrendeblasen in Maisenbach seine Zuhörer mit auf eine musikalische Reise mit internationalen Weihnachtsliedern.

Die instrumental vorgetragenen Stücke wurden mit kurzen Erklärungen vorgestellt: "Auch wenn die teils uralten Weisen unterschiedlichste Herkunft besitzen, verbindet sie doch immer wieder der Name Bethlehem: ob im Zusammenhang mit den Hirten auf dem Felde, den Engeln in der Höhe, Maria und Josef im Stall oder aber auch im übertragenen Sinne mit unserem ›Stall‹, mit unserer heutigen Situation." Mit dem Anliegen des kleinen Trommlers, der laut "The carol of the drum" dem Jesuskind seine Begabung als Geschenk mitbrachte, verbanden auch die Bläser ihre musikalische Intention: "Ich gab mein Bestes für ihn, daraufhin lächelte er mich an".

Aus Thüringen tönte nachfolgend "Süßer die Glocken nie klingen", eine französische Weise forderte auf zu "Hört der Engel helle Lieder" und aus dem Tessin kam "Dormi, dormi, bel bambin". Der Text von "While shepherds watched their flocks" besaß irische Wurzeln, die Melodie von "Es wird schon glei´ dumper" ließ deutlich seine alpenländische Herkunft erkennen, während der französische Titel "Noel" nur wenig auf ein traditionelles englisches Weihnachtslied hindeutete.

Pfarrer Ekkehard Schruhl gab in seinen Lesungen Anregungen, über die Bedeutung von Weihnachten nachzudenken, stellte dabei aber auch so manche offene Frage im Zusammenhang mit weihnachtlichem Konsumverhalten, mangelnder Nächstenliebe oder nicht gelebter Versöhnung in den Raum. Als Antwort erklang das gemeinsam gesungene Lied "Herbei oh ihr Gläubigen, fröhlich triumphieret, oh kommet, oh kommet nach Bethlehem!"